Fasten bei neurologischen Erkrankungen – Chance für das Gehirn oder Risiko?

Neurologische Erkrankungen gehören zu den Herausforderungen unserer Zeit. Ob Alzheimer, Parkinson, Multiple Sklerose oder Epilepsie – sie alle haben eines gemeinsam: Entzündungen, oxidativen Stress und oft eine gestörte Energieversorgung der Nervenzellen.

Fasten ist längst nicht mehr nur eine esoterische Praxis oder religiöse Tradition. Wissenschaftler beschäftigen sich zunehmend mit seinen Auswirkungen auf das Nervensystem und entdecken erstaunliche Effekte. Die Frage ist: Kann Fasten tatsächlich dazu beitragen, neurologische Erkrankungen positiv zu beeinflussen?

Wie beeinflusst Fasten das Gehirn?

Fasten setzt eine ganze Kaskade von Stoffwechselprozessen in Gang, die das Nervensystem auf verschiedene Weise beeinflussen können. Entscheidend ist dabei die Umstellung des Energiestoffwechsels:

  • Nach einigen Stunden ohne Nahrungsaufnahme sinkt der Blutzuckerspiegel.
  • Der Körper beginnt, seine Energiereserven zu nutzen, insbesondere aus Fetten.
  • Dabei entstehen Ketonkörper, die dem Gehirn als alternative Energiequelle dienen.

Ketonkörper wie Beta-Hydroxybutyrat gelten als besonders effiziente Energiequelle für Neuronen und haben zugleich eine entzündungshemmende und antioxidative Wirkung.

Gleichzeitig aktiviert Fasten die Autophagie, ein natürlicher Prozess der Zellreinigung. Defekte Zellbestandteile werden abgebaut, was für Neuronen besonders wichtig ist, da sie sich kaum erneuern können.

Fasten und neurodegenerative Erkrankungen

Neurologische Erkrankungen entstehen oft durch eine Kombination aus entzündlichen Prozessen, gestörter Energieversorgung und toxischen Ablagerungen im Gehirn. Hier könnte Fasten einen positiven Einfluss haben.

Alzheimer – Schutz der Neuronen durch Fasten

Alzheimer ist gekennzeichnet durch Beta-Amyloid-Ablagerungen und eine gestörte Energieversorgung des Gehirns. Studien zeigen, dass Fasten diesen Prozess bremsen könnte:

  • Ketonkörper liefern alternative Energie, wenn die Glukoseverwertung im Gehirn gestört ist.
  • Fasten aktiviert die Autophagie, was den Abbau von Proteinablagerungen fördern könnte.
  • Oxidativer Stress und Entzündungen werden gesenkt, was die Nervenzellen schützt.

Eine Studie aus den USA zeigt, dass intermittierendes Fasten den Gedächtnisverlust bei Mäusen mit Alzheimer verlangsamen konnte. Klinische Studien laufen, aber erste Hinweise sind vielversprechend. Wenn Sie sich mehr für Alzheimer interessieren: Alzheimer: wie die komplette „Forschung“ versagt und Heilungs-Chancen verspielt werden.

Parkinson – Schutz vor Nervenzelltod

Bei Parkinson sterben bestimmte Nervenzellen im Gehirn ab, die für die Produktion von Dopamin verantwortlich sind. Dies führt zu den typischen Bewegungsstörungen. Im Beitrag Morbus Parkinson – Naturheilkunde und Naturheilmittel die helfen können gehe ich näher darauf ein.

Studien deuten darauf hin, dass Fasten:

  • Den oxidativen Stress reduziert, der die Nervenzellen schädigt.
  • Die Mitochondrienfunktion verbessert, was wichtig ist, da Mitochondrien eine Schlüsselrolle bei Parkinson spielen.
  • Entzündungsprozesse im Gehirn dämpft, die zum Nervenzelltod beitragen.

In Tierversuchen konnte intermittierendes Fasten den Dopaminverlust verlangsamen. Ob das auch beim Menschen funktioniert, wird derzeit erforscht.

Multiple Sklerose – Regulierung des Immunsystems

Multiple Sklerose (MS) ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die schützende Myelinschicht der Nervenzellen angreift. Fasten könnte hier regulierend wirken:

  • Fasten senkt entzündungsfördernde Zytokine, die an der Schädigung der Myelinschicht beteiligt sind.
  • Autophagie könnte helfen, beschädigte Strukturen im Nervensystem zu regenerieren.
  • In einer kleinen Studie mit MS-Patienten verbesserten sich Entzündungswerte nach einer Fastenperiode.

Ein längeres Wasserfasten ist hier jedoch mit Vorsicht zu genießen, da die Betroffenen oft zu Schwäche neigen. Intermittierendes Fasten oder modifiziertes Fasten könnte die bessere Wahl sein.

Epilepsie – Ketonkörper als natürliche Medizin

Schon vor fast 100 Jahren wurde die ketogene Diät zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt, lange bevor es moderne Medikamente gab.

Fasten wirkt auf ähnliche Weise:

  • Es fördert die Produktion von Ketonkörpern, die eine stabilisierende Wirkung auf das Nervensystem haben.
  • Es senkt die Erregbarkeit der Nervenzellen, wodurch Anfälle reduziert werden können.
  • In Studien konnte gezeigt werden, dass kurzes Fasten die Anfallshäufigkeit senken kann.

Welche Fastenform ist am besten für das Gehirn?

Nicht jede Fastenmethode ist für neurologische Erkrankungen gleichermaßen geeignet. Während radikales Wasserfasten kurzfristig positive Effekte haben kann, ist es nicht für jeden praktikabel.

Bessere Alternativen:

  • Intermittierendes Fasten (16:8 oder 18:6) – tägliche Essenspausen, die dem Körper genug Zeit zur Regeneration lassen.
  • Ketogenes Fasten – eine Kombination aus Fasten und ketogener Ernährung, die das Gehirn dauerhaft mit Ketonen versorgt.
  • Modifiziertes Fasten nach Longo (FMD) – Kalorienrestriktion über mehrere Tage, die Fasteneffekte auslöst, aber sanfter ist.

Hier finden Sie eine Auflistung zu verschiedenen Fastenmethoden: Welches ist die Richtige? Fastenkuren, Fastenmethode, Fastenvarianten

Wann ist Vorsicht geboten?

Fasten ist nicht für jeden mit neurologischen Erkrankungen uneingeschränkt zu empfehlen. In folgenden Fällen ist ärztliche Rücksprache nötig:

  • Starkes Untergewicht oder Muskelabbau, da das Fasten den Stoffwechsel verlangsamen kann.
  • Bestehende Mangelernährung, insbesondere ein Defizit an Vitamin B12 oder Omega-3-Fettsäuren.
  • Häufige Schwächeanfälle oder niedriger Blutdruck, da Fasten den Kreislauf belasten kann.

Fazit – Fasten als Schutz für das Gehirn?

Fasten ist mehr als eine einfache Entlastungskur für den Körper. Es könnte ein Schlüssel zu neurologischer Gesundheit sein. Studien zeigen, dass es:

  • Neurodegeneration verlangsamen
  • Die Gehirnenergieversorgung verbessern
  • Entzündungen dämpfen und oxidativen Stress senken
  • Die Autophagie ankurbeln und beschädigte Zellstrukturen abbauen

Während die Forschung noch läuft, sprechen viele Daten dafür, dass regelmäßige Fastenphasen eine wichtige Rolle bei der Prävention und möglicherweise auch bei der Therapie neurologischer Erkrankungen spielen könnten.

Wer auf sein Gehirn achtet, sollte sich also nicht nur um gesunde Ernährung und Bewegung kümmern – sondern auch gelegentlich eine Pause vom Essen einlegen.

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Dieser Beitrag wurde im November 2020 erstellt und letztmalig am 09.03.2025 aktualisiert.

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