Heilfasten bei Gicht? Möglichkeiten und Grenzen!
Von einem Heilfastenleiter mit 25 Jahren Erfahrung
Gicht – einst als „Wohlstandskrankheit“ belächelt, heute eine ernsthafte Stoffwechselstörung, die Millionen betrifft. Wer einmal einen Gichtanfall hatte, weiß, dass der Schmerz nicht zu unterschätzen ist: Brennende, geschwollene Gelenke, meist am großen Zeh, aber auch an Fingern, Knien oder Handgelenken. Doch was, wenn Heilfasten hier helfen kann? Und was müssen Patienten beachten, die bereits Allopurinol einnehmen?
Grundlegende Informationen zu „Gicht“ finden Sie in folgenden Beiträgen:
- Die Gicht – und wie man die Harnsäure senkt
- Die Gicht oder „Das Zipperlein“…
- Die Gicht und wie man die Harnsäure senkt
Gicht und Harnsäure: Das Grundproblem verstehen
Gicht ist die Folge einer Hyperurikämie – eines zu hohen Harnsäurespiegels im Blut. Harnsäure ist ein Abbauprodukt von Purinen, die sich in tierischen Produkten, aber auch im eigenen Zellstoffwechsel finden. Normalerweise wird Harnsäure über die Nieren ausgeschieden, doch wenn die Werte steigen, kristallisiert sie aus und lagert sich in Gelenken und Geweben ab. Das Immunsystem reagiert darauf mit einer heftigen Entzündungsreaktion – der klassische Gichtanfall.
Referenzwerte für Harnsäure:
- Normalwerte: Männer: < 7 mg/dl, Frauen: < 6 mg/dl
- Leichte Hyperurikämie: 7-9 mg/dl
- Kritischer Bereich: > 9 mg/dl (erhöhtes Risiko für Gichtanfälle)
- Akuter Gichtanfall: Oft Werte > 10 mg/dl
Mehr dazu hier: Harnsäure und Harnsäurewerte – Verständlich Erklärt
Fasten und Gicht: Eine Herausforderung mit Potenzial
Fasten ist ein zweischneidiges Schwert für Gichtpatienten. Einerseits hilft es, die Harnsäure aus den Geweben zu mobilisieren, andererseits steigt durch den Abbau körpereigener Proteine der Harnsäurespiegel im Blut kurzfristig an. Das kann – wenn nicht richtig durchgeführt – sogar einen neuen Gichtanfall auslösen.
Otto Buchinger selbst beschrieb in seinen Aufzeichnungen langwierige, aber erfolgreiche Fastentherapien bei Gicht. Heute, mit Medikamenten wie Allopurinol, sind die Risiken kontrollierbarer – wenn das Fasten richtig angepasst wird.
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Wie Fasten bei Gicht richtig funktioniert
- Vorbereitung ist entscheidend
Ein abruptes Fasten kann riskant sein. Wer Harnsäurewerte über 8 mg/dl hat, sollte vor dem Fasten eine Entlastungswoche mit purinarmer Kost einlegen: viel Gemüse, wenig tierisches Eiweiß, keine Innereien oder Hülsenfrüchte. Diese „Einstimmung“ kann einen plötzlichen Harnsäureanstieg dämpfen. - Medikamenteneinnahme anpassen
- Allopurinol (Hemmt die Harnsäurebildung): Sollte während des Fastens weitergenommen werden. Es verhindert einen zu starken Harnsäureanstieg.
- Benzbromaron (Fördert die Ausscheidung): Meist wird dieses Medikament während des Fastens pausiert, da es die Nieren belasten kann.
- Flüssigkeit ist der Schlüssel
Gichtpatienten müssen besonders darauf achten, ausreichend zu trinken – 3 bis 4 Liter täglich sind Pflicht. Harntreibende Mittel oder Diuretika sollten vermieden werden, da sie eine zu starke Entwässerung und damit eine Erhöhung der Harnsäurekonzentration im Blut bewirken können. - Die richtige Fastenmethode wählen
Nicht jedes Fasten eignet sich für Gichtpatienten. Reines Wasserfasten kann problematisch sein, weil es den Abbau körpereigener Proteine fördert. Besser ist ein modifiziertes Fasten mit:
- Basischen Brühen
- Buttermilch oder verdünnten Gemüsesäften
- Getreideschleim, um den Stoffwechsel zu stabilisieren
- Dauer des Fastens
Kurze Fastenzeiten von 5 bis 7 Tagen reichen oft aus, um positive Effekte zu erzielen. Längere Fastenzeiten (z. B. 21 Tage) sollten nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
Hier noch ein Beitrag zu Fasten bei Gicht auf meinem Blog.
Häufige Fehler – und wie man sie vermeidet
- Zu radikaler Einstieg
Einfach von heute auf morgen in ein Wasserfasten zu starten, kann einen Gichtanfall auslösen. Wer hohes Risiko hat, sollte vorher eine Entlastungswoche einplanen. - Zu wenig Flüssigkeit
Gerade beim Fasten muss die Niere unterstützt werden. Weniger als 3 Liter Flüssigkeit pro Tag sind zu wenig! - Fehlerhafte Kost nach dem Fasten
Viele machen den Fehler, direkt nach dem Fasten wieder Fleisch oder Hülsenfrüchte zu essen – und riskieren einen neuen Anfall. Der Kostaufbau muss basisch sein: Gedämpftes Gemüse, Hirse, Quinoa, Leinöl.
Alternative Unterstützung während des Fastens
Wer das Fasten für sich nutzen will, kann zusätzlich unterstützende Maßnahmen ergreifen:
- Basische Heilkräutertees: Brennnessel, Goldrute, Birkenblätter – sie helfen, die Harnsäure schneller auszuscheiden.
- Homöopathische Mittel: Bewährt haben sich Berberis, Lycopodium oder Solidago zur Unterstützung der Nieren. Mehr dazu hier: Gicht und Gichtanfälle: Homöopathische Mittel zur Linderung von Gelenkentzündungen
- Bewegung: Sanfte Bewegung wie Spazierengehen kann den Stoffwechsel aktivieren – aber exzessives Training vermeiden, da es Harnsäure kurzfristig ansteigen lässt.
Fazit: Fasten als Werkzeug – aber mit Bedacht!
Fasten kann für Gichtpatienten eine sinnvolle Methode sein, den Stoffwechsel zu entlasten und die Harnsäurewerte langfristig zu senken. Doch es erfordert eine genaue Planung und Anpassung, um Risiken zu minimieren.
- Wer Allopurinol nimmt, kann in der Regel fasten, sollte aber ausreichend trinken.
- Wer ohne medikamentöse Therapie fasten möchte, sollte besonders auf eine vorbereitende purinarme Ernährung achten.
- Ein abrupter Fastenstart kann riskant sein – die richtige Methode ist entscheidend.
Wer sich weiterhin nur auf Medikamente verlassen will, kann das tun. Wer aber wirklich an die Wurzel des Problems gehen will, kann Fasten als kraftvolles Werkzeug nutzen – wenn es mit Verstand angewendet wird.
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Beitragsbild: iStock
Dieser Beitrag wurde im August 2012 erstellt und letztmalig am 13.03.2025 aktualisiert.
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