In unserem Knorpelsystem findet man eine Reihe von Stoffen, die der Körper im Normalfall selbst produziert, hierzu gehört Chondroitinsulfat, eine Zuckerverbindung, die die Flüssigkeit in den Knorpeln bindet und somit dafür sorgt, dass die Gelenke bei Beanspruchung ausreichend „abgefedert“ werden.

Fehlt dieser Stoff, bzw. kann es der Körper nicht mehr selbst in ausreichender Menge produzieren, kann es zu Gelenkschmerzen kommen.

Nun gibt es die Möglichkeit, diesen Stoff dem Körper als Nahrungsergänzung selbst zu verabreichen: Chondroitin wird aus dem Knorpelgewebe von Tieren gewonnen, meist von Kühen oder Schweinen.

In der Medizin wird es zur Behandlung von Arthrose eingesetzt, meist zusammen mit Glucosamin, ebenfalls eine Zuckerverbindung.

Über die Wirkung dieser Präparate gibt es unterschiedliche Meinungen, einige Patienten, an denen Chondroitin oder Chondroitinsulfat getestet wurde, sprachen tatsächlich von einer Besserung ihrer Beschwerden, da Chondroitin und Glucosamin zusammen das Knorpelwachstum und die Flüssigkeitsbindung anregen.

Und genau dieser Gelenkknorpel ist bei einer Arthrose „angegriffen“: Eine Arthrose kann ein relativ schmerzhafter Prozess sein – muss es aber nicht. Meist findet man eine Einschränkung der Beweglichkeit der Gelenke und zahlreiche schmerzhafte Punkte in der umgebenden Muskulatur. Die Verschleißerscheinung beginnt mit einer Ausdünnung der Knorpelschicht und führt letztlich zur Deformation der Knochen-Struktur. Im Anfangs-Stadium ist man daher bemüht, den Knorpel vor dem völligen Abbau zu schützen.

Medikamentös bieten sich hier zwei Alternativen an:

1. Chondroitin ist ein Präparat, das auch der Körper selbst im Gelenk bildet, um den Knorpel auf zu bauen. Durch medikamentöse Zufuhr der Substanz wird dieser Bildungs-Prozess unterstützt.

2. Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), die entzündungshemmend wirken und so die Degeneration vermindern sollen. Besonders sogenannte „COX-2-Hemmer“ hier zum Einsatz. Diese Medikamente blockieren die hormonelle Kaskade des Endzündungs-Prozesses. Ein gängiges NSAR zur Behandlung von Arthrose ist zum Beispiel das Celecoxib. Allerdings werden mit diesen Mitteln nur die Schmerzen „abgestellt“, quasi betäubt.

Eine Alternative ist das meines Erachtens nicht. Ich erinnere mich auch noch gut an die Cox 2 Hemmer Vioxx und Celebrex. Im Sommer 2008 wurde schließlich bekannt, dass zahlreiche Studien zu Vioxx von Ghostwritern erstellt wurden, die dann von den Professoren „nur“ noch unterschrieben wurden. Lesen Sie hierzu auch meinen Blog-Beitrag: Der Vioxx-Skandal.

Schon der Laien versteht, dass eine körpereigene Substanz wie Chondroitin für den Körper schonender ist als ein synthetisches Präparat mit seinen potentiellen Nebenwirkungen.

Doch lange war fraglich, ob der Knorpelbildner Chondroitin auch genau so effektiv oder besser wirkt als zum Beispiel Celecoxib. Ein Team von Medizinern hat die Frage für die Arthrose des Knies in einer Studie untersucht und kam zu dem Schluss, dass Chondroitin dem Hormon-Moderator Celecoxib sogar überlegen ist. Fast 200 Freiwillige mit Knie-Arthrose nahmen an der Studie teil. Eine Gruppe bekam Chondroitin, die zweite Celecoxib.

In einem Zeitraum von 2 Jahren stellten sich die Patienten zu Kontroll-Untersuchungen vor. Dabei kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die Gruppe unter Chondroitin ihren Knorpel viel besser erhalten konnte als die Patienten, die Celecoxib nahmen. Auch die entzündlichen Erscheinungen waren durch Chondroitin weniger ausgeprägt. Studienleiter Dr. Jean-Pierre Pelleiter präsentierte die Forschungsergebnisse im November 2015 auf dem Jahres-Kongress der Ärztevereinigung „American College of Rheumatology“ in San Francisco.

Ich erwähne diese Studie bereits jetzt schon weil ich diese sehr überzeugend fand. Zur weiteren Studienlage nehme ich weiter unten noch ausführlicher Stellung. Vorher noch ein paar Worte zu den unzähligen Mitteln, die auf dem Markt sind.

In Drogeriemärkten sind sehr viele chodroitinhaltige Präparate zu finden, ebenso in Apotheken. Am häufigsten findet man Chondroitin in Verbindung mit Glucosamin in Kapselform. Tetesept ist, bei den Produkten aus den Drogeriemärkten, wohl eine der bekannteren Marken. Tetesept wirbt mit dem Präparat „Gelenk-Komplex“ für Knorpelaufbau und Gelenkschmiere.

Im Internet sind diverse Produkte, deren Wirkstoff Chondroitin ist, zu bekommen. Superflex-3 Tabletten von Newton-Everett Biotech verspricht zusätzlich noch eine entzündungshemmende Wirkung seiner Tabletten.

Auch als Granulat, welches in Wasser gelöst und getrunken werden kann, wird eine Chondroitin-Glucosamin Verbindung, angeboten. Die Firma Synomed bietet hier ein „Basis-Osteo Granulat“ an.

Chondroitin ist auch in Hundefutter (Eukanuba) und Tierpräparaten zu finden, da auch Hunde, Pferde und andere Tiere an Arthrose leiden.

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Kritik und Studienlage

Chondroitin scheint eine Substanz zu sein, die besonders im Kreuzfeuer der Kritik steht, vor allem bezüglich seiner Wirksamkeit bei Arthritis. Klar: Die Substanz ist relativ billig. Und wenn man bösartig wäre, könnte man behaupten so etwas schadet dem Absatz der Pharmaindustrie.

Und auch gegen das Chrondroitin wird einiges ins Feld geführt: Die Liste der Negativpunkte ist ellenlang. Besonders originell ist ein Bericht auf einer Webseite des Instituts für Pharmakologie in Innsbruck (www2.i-med.ac.at/pharmakologie/info/info10-3.html#Condro), in dem ein wichtiger Kritikpunkt war, dass praktisch alle Veröffentlichungen, die zu guten Ergebnissen kamen, in Fachzeitschriften ohne besondere wissenschaftliche Bedeutung erschienen. Falls Sie die Webseite versucht haben aufzurufen: geht leider nicht mehr, da die Seite vom Netz genommen wurde…

Die Veröffentlichungen seitens des Kritikers, die eine Wirkungslosigkeit „bewiesen“, erschienen dagegen in sogenannten „Fachzeitschriften“ wie: die Deutsche Apotheker Zeitung, Arzneimittelforschung, Symposiumsberichte, Der informierte Arzt, und so weiter.

Symposiumsberichte und der Rest der „Fachzeitschriften“, die hier ins Feld geführt wurden, sind aber auch nicht die wissenschaftlichen Journale, sondern bestenfalls Informationsblättchen für Mediziner auf (Verzeihung!) „gebremsten wissenschaftlichen Verständnisniveau“.

Diese Form der methodologischen Kritik ist schon bezeichnend für die Vorgehensweise der „evidenzbasierten“ schulmedizinischen Wissenschaft, die alle Formen der Evidenz geflissentlich zu übersehen bemüht ist: Man wirft der Gegenseite die Ungereimtheiten vor, die man selbst tagtäglich zu begehen pflegt. Nun denn… Übrigens: Wenn Sie das weitergehend interessiert, dann lesen Sie meinen Report zur „Schulmedizin„.

Zwei besonders „gelungene“ Beispiele für die Kritik an Nahrungsergänzungsmitteln mit Chondroitinsulfat und Glucosamin bringen Ökotest und das Deutsche Ärzteblatt. Ich bezeichne beide Beiträge als „gelungen“, da sie das typische Bild einer aus der Luft gegriffenen Kritik zeichnen.

Der Ökotest stammt aus dem Jahr 2012 (Mittel gegen Glenkbeschwerden/Gelenkpräparate – Auf Biegen und Brechen? – oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=98734&bernr=06). Gleich nach der Einleitung wird dem Leser das Ergebnis des „Tests“ von 27 „Gelenkpräparaten“ mitgeteilt. Acht Präparate waren als Arzneimittel eingestuft und 19 als Nahrungsergänzungsmittel.

Das Ergebnis sah so gut aus wie alle Testergebnisse von Ökotest für eher alternativ einzustufende Präparate (Vitamin D – Präparate im Test): Die Arzneimittel erreichen „mit Ach und Krach ein ausreichend“, während die Nahrungsergänzungsmittel alle durchfielen. Hier verteilte der Oberstudiendirektor von Ökotest nur die Noten „mangelhaft“ und „ungenügend“ (setzen!).

Wie kommt Ökotest auf diese Bewertung? Wie es aussieht, hat man es sich hier wieder einmal ganz einfach gemacht – ähnlich wie bei der Bewertung von Vitamin-D-Präparaten – und einfach seine eigene angebliche Kompetenz als Beweis für die Richtigkeit der gemachten Aussagen genommen. Denn die Begründung für das bestenfalls als „ausreichend“ bezeichnete Abschneiden der Arzneimittel ging so:

„Die Arzneimittel werden angewendet zur „Linderung der Symptome von leichter bis mittelschwerer Arthrose des Kniegelenks“. Die Belege, dass sie das tatsächlich können, sind aber nur wenig überzeugend.“

Ende der Durchsage! Kein Anflug von Bemühen, diese mangelhaften Belege zu zitieren! Warum werden hier wenig überzeugende Belege nicht als Quelle zitiert? Solche Belege sind eigentlich Wasser auf der Mühle des Kritikers. Hier könnte sich jeder ein Bild machen, wie solche mangelhaften Belege aussehen und wie sie zustande gekommen sind. Statt dessen müssen wir den Aussagen von Ökotest einfach nur glauben, statt wissen.
Bei den Nahrungsergänzungsmitteln wird die Argumentation dann noch bunter:

„Von den Nahrungsergänzungsmitteln im Test haben gesunde Anwender keine Vorteile zu erwarten, ganz gleich ob sie Glucosamin, Chondroitin, Kollagen oder Hagebuttenpulver als maßgebliche Inhaltsstoffe enthalten.“

Wer sagt das? Kein Hinweis von Ökotest. Warum? Niemand anderes als Ökotest sagt dies. Und wir müssen glauben. Und warum bezieht man sich auf „gesunde Anwender“, wo die meisten Studien mit bereits erkrankten Probanden durchgeführt worden sind. So viel ich weiß gibt es keine Studien mit gesunden Probanden, die in einer Langzeitstudie unter randomisierten Bedingungen beobachtet worden sind, ob Chondroitinsulfat besser Arthrose verhindern kann als Placebo oder nicht. Logik von Ökotest: Weil es keine solchen Studien gibt, ist das ein Beweis dafür, dass es keinen prophylaktischen Effekt gibt. Aber es wird noch heftiger:

„Die Herstellung erinnert jedenfalls an Resteverwertung: So wird Glucosamin aus Shrimps, Garnelen und Krabbenschalen gewonnen, Chondroitin überwiegend aus Haifischknorpel, aber auch aus Rinderlunge und Schweineohren oder -schnauzen.“

Es ist richtig, dass die Gewinnung von Glucosamin und Chondroitinsulfat noch nicht aus Diamanten und Edelsteinen gelungen ist. Die beiden Substanzen sind nun einmal biologische Substanzen und werden somit aus biologischem Material gewonnen. Warum hat Ökotest jetzt auf einmal Probleme mit der Herstellung? Welche „Resteverwertungs-Substanzen“ kippt die pharmazeutische Industrie in ihre Impfseren, ohne dass Ökotest hier Alarm schlägt!

Zahnpasta mit Fluor, ein Abfall aus der Aluminiumgewinnung, damit hat Ökotest auch kein Problem! Die Abfälle, die in der Tierhaltung verfüttert werden und damit über diesen Umweg auf unseren Teller gelangen, damit hat Ökotest noch weniger Probleme! Die Galenik von Tabletten wird ebenfalls mit Substanzen durchgeführt, die gemäß Ökotest im Verdacht stehen müssen, aus der Resteverwertung zu stammen (Pharmazeutische Hilfsstoffe).

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Dann kommt das alte Argument, dass eine gute Ernährung keinen Mangel aufkommen lässt, was aber nicht erklärt, warum die sich gut ernährenden Patienten dennoch an Arthrose leiden. Dannach jedoch spielt die gute Ernährung keine Rolle mehr. Denn Ökotest bezweifelt nach nur zwei weiteren Sätzen auf einmal, dass eine schlechte Ernährung zu einem Mangel an Glucosamin und Chondroitinsulfat führt. Oder mit anderen Worten: Eine gute Ernährung beugt Mangel vor (kein Grund für den Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln also) und eine schlechte Ernährung bewirkt keinen Mangel (immer noch kein Grund für den Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln).

Dann schießt sich das Revolverblatt auf das Hagebuttenpulver ein. Man gibt zwar gönnerhaft zu, dass der Hauptbestandteil in diesem Pulver, das Litozin, entzündungshemmende Eigenschaften hat. Dies haben angeblich sogar Studien (welche?) bei Osteoarthritis zeigen können. Aber entzündungshemmende Eigenschaften von Substanzen gelten bei Ökotest als unnütz:

„Hagebuttenpulver, Hauptbestandteil der Litozin, Kapseln, mag antientzündliche Eigenschaften haben. Darauf deuten Studien zur Wirksamkeit bei Osteoarthritis hin. Nutzenbelege für den gesunden Anwender finden wir jedoch nicht.“

Und da man sich seiner wackeligen Argumentation bewusst zu sein scheint, wird zum Schluss noch schnell ein Kompagnon mit ins Boot geholt, das BfR. Denn das Institut rät von einem Einsatz bei Kindern unter 18 Jahren ab. Warum? Weil es „Unsicherheiten“ in den Hinweisen auf dem Etikett gibt. Aha! Wenn die Hersteller ein anderes Etikett verwenden würden, dann wäre ja die ganze Argumentationskette von Ökotest für die Katz.

Denn laut Ökotest-Artikel hat das BfR keine Probleme mit den Produkten, sondern nur mit den Etiketten. Aber wer isst schon Etiketten? Und trotz problematischer Etikettierung gibt es vom BfR keine Empfehlung, die vom Verzehr von diesen Nahrungsergänzungsmitteln für Erwachsene abrät.

Zum Schluss dann noch der Hammer der Artikelpflege. Der Leser wird darauf aufmerksam gemacht, dass der Artikel aus dem Archiv stammt. Man gibt zu bedenken, dass die Testergebnisse nicht mehr auf dem neuesten Stand sind. Ich frage mich hier, warum lasse ich als Testbetrieb, der gerne ernst genommen werden möchte, falsche und überholte Artikel einfach auf der Webseite stehen, ohne sie zu korrigieren oder durch neue Inhalte zu ersetzen?

Mir scheint, dass man bei Ökotest sehr an der Verbreitung falscher oder halbwahrer Ergebnisse interessiert ist, solange sie den eigenen Standpunkt unterstreichen. Wer neue Ergebnisse haben will, der kann sie sich gefälligst selber suchen. Bei Ökotest gibt es nur den schwarzen Schnee von gestern und den Hinweis, dass Neuschnee nicht eingeplant ist.

Das Ärzteblatt (aerzteblatt.de/nachrichten/42771/Arthrose-Chondroitin-und-Glucosamin-unwirksam) macht es kurz und bündig. Es verkündet schon in der Überschrift, worum es geht und wie das Ergebnis aussieht: „Arthrose: Chondroitin und Glucosamin unwirksam“.

Der Artikel ist kurz, weil man kurz und bündig zur Sache kommt und Chondroitinsulfat etc. aburteilt. Schon im zweiten Satz wird der Kronzeuge der Anklage verhört, eine Metaanalyse, die ganz klar und deutlich bewiesen hat, dass es keine therapeutische Wirkung von den oben genannten Substanzen gibt.

Das Ärzteblatt erklärt sich das idiotische Verlangen der Patienten mit Arthrose über den Leidensdruck, der die Patienten schier in die Hände der Produzenten dieser „Chondroprotektiva“ treibt. Verständlich – wer einiges an Schmerzen ertragen muss, der kann nachher nicht mehr klar denken und wird zum willfährigen Opfer. Daher auch die 2 Milliarden Dollar Umsatz weltweit jedes Jahr.

Dann kommt die Wende. Da man ja biologisch sinnvolle Substanzen zum Einsatz kommen lässt, die in einem engen Zusammenhang mit dem Leiden stehen, scheint es doch noch Hoffnung für den Angeklagten zu geben. Immerhin scheint man den Herstellern der „Chondroprotektiva“ einen guten Willen zu attestieren. Aber diese dummen Zeitgenossen wissen ja nicht einmal, ob bei einer oralen Einnahme dieses Makromolekül überhaupt bis zum Zielort vordringen kann.

Und da es die Leute vom Ärzteblatt auch nicht wissen, unterstellen sie jedem anderen, dass er es ebenfalls nicht weiß. Daraus folgt, dass das Unwissen des Ärzteblatts ein Vordringen von Chondroitinsulfat bis hin zu den Gelenken verhindert und damit ist es unwirksam. Damit hätte man sein eigenes Unvermögen zum medizinischen Lehrdogma erhoben. Ich komme später auf eine Studie zu sprechen, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht vom Ärzteblatt durchgeführt worden ist.

Denn diese kam zu recht eindrucksvollen Ergebnissen, die gleichzeitig auch das Unwissen dieses schulmedizinischen Desinformationsblatts dokumentiert. Die mögliche Ausrede, dass man diese Studie nicht kennen kann, kann nicht gelten. Denn die Studie wurde Ende der 1990er Jahre veröffentlicht. Der Ärzteblatt-Artikel stammt aus dem Jahr 2010.

Auch das Resümee, dass „Experten“ eine mögliche Regeneration der Gelenke durch die Substanzen für äußerst gering halten, ist ein unbewiesener Einwurf, der nicht belegt wird und den wir wie bei Ökotest nur noch glauben dürfen. Denn das Zauberwort „Experte“ ist das wahre Argument, an dem niemand vorbeikommt. Oder sind Sie auch ein „Experte“? Nein? Na, sehen Sie!

Dann kommt der Auftritt eines dieser „Experten“: Prof. Jüni aus der Schweiz. Dieser Professor ist ein Experte für Metaanalysen, aus denen er seine ganze Weisheit zu ziehen scheint. Ich hatte bereits das Vergnügen mit ihm in Die Vitamine im Spiegel des Spiegels. Hier zitierte ich ihn, wie er in genialer Weise mit Hilfe der Metaanalysen bewies, dass Homöopathie nutzlos ist. Wie hat er das gemacht? „Dazu hat er alle die Studien genommen die zum Ziel hatten zu zeigen, dass Homöopathie nichts taugt, hat diese Studien ausgewertet und festgestellt: dass Homöopathie nichts taugt.“ So geht schulmedizinische Wissenschaft.

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Selbstredend hat der besagte Professor wieder Studien und nicht die Substanz untersucht, über die er etwas aussagen will. Dabei hat er festgestellt, dass nur wenige (10) Studien für sein Dafürhalten für Aussagen geeignet waren. Welche Studien waren das? Wo ist die Quellenangabe für diese 10 Arbeiten? Fehlanzeige. Wir sind hier nicht um zu wissen, sondern um andächtig zu glauben.

Aber einen Hinweis kann ich dann doch geben. Denn die 10 glaubwürdigen Studien können nur die Studien sein, die keinen Zweifel an der Wirkungslosigkeit der „Chondroprotektiva“ gezeigt haben:

„Unter dem Strich kann Jüni weder in den Schmerzangaben der Patienten, noch in den radiologischen Befunden eine positive Wirkung erkennen.“

Ich vermute hier einmal, dass die Quellenangaben aus bestimmten Gründen unterlassen worden sind. Und das ist die Nachvollziehbarkeit der hier gemachten Aussagen. Die man hat wohl verhindern wollen. Und der Grund dafür kann nur sein, dass man das selektive Vorgehen dieser „Wissenschaftler“ nicht erkannt haben möchte. Es reicht, wenn der Leser dem „Experten“ glaubt, dass alle glaubwürdigen Studien zu einem vernichtenden Ergebnis gekommen sind.

Zurück zum immer wieder beliebten Kritikpunkt gegen eine Substitution bei Arthritis oder Arthrose, weil ein solches Makromolekül wie Chondroitinsulfat angeblich überhaupt nicht resorbiert werden kann.

Grund: Die Molekülstruktur sei derart groß, dass es zu keinem Transfer durch die Darmmukosa kommen könne .

Dies mag durchaus richtig sein, handelt es sich beim Chondroitinsulfat um ein Makromolekül. Aber es gibt auch andere Makomoleküle, vor allem andere Polysaccharide, die trotz ihrer Größe resorbiert werden. Aber, um allen Mutmaßungen den Wind aus den Segeln zu nehmen, werden wir doch einmal evidenzbasiert und schauen uns ein paar Studien an:

Ronca et al.: Anti-inflammatory activity of chondroitin sulfate. Department of Human and Environmental Sciences, University of Pisa, Italy.

Diese Arbeit untersuchte die Pharmakokinetik von Chondroitinsulfat in Ratten und freiwilligen Probanden. Unter Pharmakokinetik versteht man den Einfluss des Organismus auf eine eingenommene Substanz. Sie untersucht, wie der Körper die Substanz aufnimmt, die Bioverfügbarkeit und über welche Wege die Substanz wie schnell abgebaut, verstoffwechselt wird.

Das applizierte Chondroitinsulfat war zu diesem Zweck mit einem schwach radioaktiven Marker versehen worden. So konnten die Wissenschaftler zeigen, dass Chondroitinsulfat verschieden schnell und intensiv resorbiert wird, in Abhängigkeit von der Darreichungsform. So beobachtete man, dass ein Auflösen des Chondroitinsulfats in Wasser zu einer schnellen Resorption führte, bei Mäusen und Menschen. Eine verzögerte und eingeschränkte Resorption trat auf wenn das Chondroitinsulfat in Kapseln verabreicht wurde, die sich erst im Darm auflösten.

Die absolute Bioverfügbarkeit betrug 15 Prozent für Ratten und 12 Prozent für Menschen. Weiter zeigte sich eine Anreicherung von radioaktiv markiertem Chondroitinsulfat im Knorpelgewebe der Ratten und im Kniegelenk der Menschen. Sichergestellt wurde dieses Ergebnis durch eine szintigraphische Analyse des radioaktiv markierten Chondroitinsulfats. Als weitere interessante Beobachtung sahen die Forscher eine Verteilung von Polysacchariden und Monomeren, die als Abbauprodukte (durch Hydrolyse) des Chondroitinsulfats sich im Blut und Gewebe wiederfanden.

Eine Untersuchung des Effekts dieser Chondroitinsulfat-”Bruchstücke” ergab, dass diese in der Lage waren, chemotaktische Prozesse zu unterbinden (“Chemotaxis bezeichnet die Beeinflussung der Fortbewegungsrichtung von Lebewesen oder Zellen durch Stoffkonzentrationsgradienten“ – Wikipedia). Damit werden entzündungsfördernde Zytokine daran gehindert, Entzündungsmediatoren in die Gelenke zu „locken“. Dies drückt sich aus in einer weniger ausgeprägten Phagozytose und einem Schutz von Zellmembranen vor freien Radikalen.

Bei den Ratten verhinderte auf diese Weise Chondroitinsulfat eine Brustfellentzündung. Verglichen mit NSAR, wie Ibuprofen etc., scheint Chondroitinsulfat einen besseren Effekt auf die zellulären Mechanismen einer Entzündung zu haben als auf die Ödemausbildung.

Die Forscher betonten nochmals, dass Chondroitinsulfat keinen negativen Einfluss hat auf Magen, Niere und Blutplättchenbildung und -funktion. Bei Patienten, die eine Gelenkspunktion benötigten, wurden nach einer 10-tägigen Therapie mit Chondroitinsulfat – 800 mg pro Tag – signifikant erhöhte Konzentrationen von Hyaluronsäure beobachtet und eine signifikante Erhöhung der Viskosität der Gelenksflüssigkeit. Gleichzeitig waren die kollagenauflösenden enzymatischen Aktivitäten deutlich reduziert.

Diese Beobachtungen demonstrieren eindrucksvoll die entzündungshemmenden und knorpelschützenden und knochenschützenden Mechanismen, die auch von einer Reihe von klinischen Studien bestätigt werden konnten. Die Veröffentlichung erschien 1998 in der Fachzeitschrift „Osteoarthritis Cartilage“.

Monfort et al.: Biochemical basis of the effect of chondroitin sulphate on osteoarthritis articular tissues. Hospital del Mar, Passeig del Mar, Barcelona, Spain.

Diese Untersuchung wird in PubMed nur kurz erwähnt, ohne auf Details einzugehen. Der Abstract erwähnt nur kurz, dass die vorliegende Arbeit verschiedene Komponenten untersucht, die einen positiven Effekt auf die klinischen Symptome der Osteoarthritis haben und die strukturellen Veränderungen verbessern. So zeigen die Forscher, wie Chondroitinsulfat die fortschreitende Veränderung der Gelenkstrukturen unter Osteoarthritis günstig beeinflusst.

Der Wirkmechanismus von Chondroitinsulfat wird anhand von wissenschaftlicher Zusatzliteratur erläutert. Leider bleibt der Abstract sehr unspezifisch. Es ist aber immerhin deutlich ersichtlich, dass die Wissenschaftler sehr genau wissen, wie und warum Chondroitinsulfat bei Osteoarthritis wirksam ist bzw. dass es wirksam ist. Diese unspezifische Veröffentlichung lässt keinen Zweifel zu, dass Chondroitinsulfat für Patienten mit Osteoarthritis von Nutzen ist.

Pipitone VR.: Chondroprotection with chondroitin sulfate. Department of Rheumatology, University of Bari, Italy.

Auch diese Veröffentlichung bleibt eher unspezifisch in ihren Aussagen. Allerdings unterstreicht sie die vorher getroffene Aussage, dass Chondroitinsulfat in der Lage ist, sich in den Gelenksgeweben anzureichern und die Aktivitäten von Enzymen in der Gelenksflüssigkeit herabzusetzen, die den Gelenkknorpel auflösen können (Elastase, Hyalurionidase etc.) Zusätzlich wirkt Chondroitinsulfat wie ein entzündungshemmendes Medikament, da es in der Lage ist, Komplement zu hemmen. Die Wissenschaftler bezeichnen die Substanz als äußerst gut verträglich und frei von toxischen (giftigen) Effekten.

Iovu et al.: Anti-inflammatory activity of chondroitin sulfate. Department of Pharmacology, Faculty of Medicine, University of Montréal, Montréal, Québec, Canada.

Diese Studie hatten wir schon weiter oben?! Nein, diese Arbeit ist 10 Jahre jünger (2008), nicht aus Italien (Kanada) und wurde von anderen Forschern durchgeführt. Nur der Titel ist der Gleiche.

Diese Veröffentlichung beschreibt Osteoarthritis als einen Prozess, bei dem das Knorpelgewebe des Gelenks zerstört wird, begleitet von einem gleichzeitig einsetzenden Entzündungsprozess der Gelenkskapsel. Dieser Entzündungsprozess wird vermittelt durch entzündungsfördernde Zytokine (z.B. Interleukine und Tumor-Nekrose-Faktor), durch Enzyme mit eiweißzersetzenden Fähigkeiten und durch Enzyme mit entzündungsfördernden Eigenschaften. In diesem Zusammenhang berichten die Forscher von der Fähigkeit von Chondroitinsulfat, die Gelenkspalte weit zu halten und Gelenkschwellungen und Gelenkergüsse zu verhindern. Um diese Effekte zu produzieren, wirkt Chondroitinsulfat anti-entzündlich auf das Knorpelgewebe und die Gelenkkapselstrukturen. Chondroitinsulfat und seine Disaccharide reduzieren den Einzug von entzündungsfördernden, körpereigenen Substanzen, wie NF-kappaB, in das Gelenksgewebe. Der Mechanismus beruht sehr wahrscheinlich auf einem Eingreifen von Chondroitinsulfat in die Signalkaskade des Organismus bei der Ausbildung von Entzündungen.

Langsam kristallisiert sich ein völlig anderes Bild heraus. War ursprünglich immer die Rede von Chondroitinsulfat und einem Ersetzen verlorengegangener Gelenkflüssigkeit, so scheint Chondroitinsulfat weit mehr zu können, als nur einfacher Flüssigkeitsersatz zu sein. Wäre es nur Ersatz, dann hätte es einen deutlich geringeren Effekt auf Osteoarthritis. Wer den entzündungshemmenden Effekt außer Acht lässt und nur nach der “Ersatzwerkstatt” Chondroitinsulfat schaut, übersieht den wichtigsten Wirkmechanismus der Substanz. Kein Wunder also, dass unter solchen Voraussetzungen einige interessierte Kreise zu nicht schlüssigen Ergebnissen kommen (wollen).

Wildi et al.: Chondroitin sulphate reduces both cartilage volume loss and bone marrow lesions in knee osteoarthritis patients starting as early as 6 months after initiation of therapy: a randomised, double-blind, placebo-controlled pilot study using MRI. Osteoarthritis Research Unit, University of Montreal Hospital Research Centre (CRCHUM), Notre-Dame Hospital, Montreal, Canada.

Immer noch skeptisch? Hier sind noch einmal die Kanadier. Diesmal kommt eine klinische Studie aus einem Forschungszentrum eines Hospitals, das sich auf Osteoarthritis-Forschung spezialisiert hat.

Mit dieser Untersuchung wollten die Wissenschaftler herausfinden, ob eine Behandlung mit Chondroitinsulfat Knorpelsubstanzverlust, Knochenmarksläsionen, Synovitis (Gelenkkapselentzündung) und Krankheitssymptome bei Patienten mit Osteoarthritis des Knies beeinflussen kann.

Dies war eine randomisierte, doppelblinde, Plazebo kontrollierte Studie bei primärer Knie-Osteoarthritis, an der 69 Patienten mit klinischen Symptomen einer Synovitis teilnahmen. Die Patienten wurden randomisiert in eine Plazebo-Gruppe und eine Verum-Gruppe, deren Teilnehmer 800 mg Chondroitinsulfat einmal täglich für die Dauer von 6 Monaten erhielten. Nach diesen 6 Monaten folgte eine “Open-label” Phase von 6 Monaten, in der alle Patienten, also auch die der Plazebo-Gruppe, einmal täglich 800 mg Chondroitinsulfat erhielten. Das Gelenkknorpelvolumen und die Knochenmarksläsionen wurden durch ein MRI zu Beginn der Studie, nach 6 Monaten und nach 12 Monaten bewertet. Die Dicke der Kapselmembran des Kniegelenks wurde zu Beginn und nach 6 Monaten der Studie bewertet.

Resultate: Die Chondroitinsulfat-Gruppe zeigte einen signifikant geringeren Knorpelvolumenverlust als Plazebo nach 6 Monaten für das gesamte Knie, das laterale Kompartment und das Plateau des Schienbeinknochens. Die Signifikanz setzte sich bis zum 12. Monat fort. Es wurden nach 12 Monaten ebenso signifikant geringere Knochenmarksläsionen in der Verum-Gruppe gefunden.

Schlussfolgerung: Die Behandlung mit Chondroitinsulfat reduzierte signifikant den Knorpelverlust im Knie bei Osteoarthritis, beginnend ab dem 6. Monat der Behandlung. Knochenmarksläsionen wurden ab dem 12. Monat verbessert. Diese Befunde lassen auf einen protektiven Effekt von Chondroitinsulfat schließen. Sie geben neue in vivo Informationen über den Wirkmechanismus von Chondroitinsulfat bei Osteoarthritis.

Diskutieren Sie mit! Aufgrund vieler Nachfragen, habe ich weitere Informationen im Blogbeitrag zu Chondroitin veröffentlicht. Dort dürfen Sie auch gerne Ihre Erfahrungen und Meinungen hinterlassen. Klicken Sie einfach hier.

Weitere Nahrungsergänzungsmittel die auch bei Arthrose helfen können wären: MSM – Grünlippmuschel und Enzyme im akuteren Enzündungsstadium (z.B. Wobenzym oder Phlogenzym).

Abgesehen von Nahrungsergänzungsmitteln wie Chondroitin, Chondroitinsulfat oder anderen Mittel… eine Übersäuerung der Körpers sollte geprüft werden!

Und Ja: Ich empfehle auch bei fortgeschrittenen Arthroseleiden eine „Umstimmung“ durch Heilfasten.

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Beitragsbild: 123rf.com – Vladimir Soldatov

Da gab es wieder einmal eine Welle mit einem neuen „Super-Food“, das diesmal den Namen „Chia-Samen“ trug.

Und dieses neue „Super-Food“ sollte angeblich geeignet sein, überflüssige Pfunde „wirklich“ purzeln zu lassen. Aber das ist ja das Tolle an diesen Abnehmkuren und Diäten: Weil keine „wirklich“ hilft, kann man neue Produkte auf den Markt werfen, die dann angeblich „wirklich“ bei der Gewichtsabnahme helfen.

Nach einiger Zeit sieht man dann, dass die auch nicht helfen, so dass man sich die Basis für eine neue „wirkliche“ Abnehm-Diät wieder einmal erhalten hat. Und einige Zeit später geht das ganze „Theater“ von vorne los.

Bevor ich aber zu den Chia-Samen komme (Wirkungen, Erfahrungen, Studien usw.) möchte ich Sie in diesem Zusammenhang gleich auf meinen kostenlosen Newsletter zum Thema Abnehmen aufmerksam machen:

Jetzt aber zum heutigen Superstar der neuen Abnehm-Vorstellung: Chia-Samen.

Frauenzeitschriften wie „Jolie“ [jolie.de/artikel/chia-samen-2267954.hhtml] jubeln mit altbekannten Sprüchen: „Chia Samen – Abnehmen mit dem neuen Superfood“. Es soll sich hier um ein „echtes Geheimrezept“ handeln, das „tolle Haut“ und „Hilfe beim Abnehmen“ garantiert.

Außerdem sollen die Samen in der Pflanzenwelt die ergiebigste Quelle von Omega-3-Fettsäuren sein. Wie wichtig für die Artikelschreiberin von „Jolie“ diese Erkenntnis ist, bringt sie so zum Ausdruck: „Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren sind die einzigen »essentiellen Fettsäuren«, die der Körper nicht selbst bilden kann.“

Aha! Und welche essentiellen Fettsäuren kann dann der Körper selbst herstellten? Antwort: Keine, denn der Begriff „essentiell“ bedeutet eben genau dies, dass nämlich diese Fett- oder auch Aminosäuren nicht vom Organismus synthetisiert werden können. Solche „essentiell“ falschen Erklärungen tragen natürlich nicht zur Glaubwürdigkeit der Erklärungen zu diesem Thema bei.

Daher richte ich einmal mein Augenmerk auf andere, für mich glaubwürdigere Quellen mit etwas mehr wissenschaftlichem Hintergrund. Und da haben wir dann die:

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Ergebnisse vom Elfenbeinturm!

Um es gleich vorweg zu nehmen: Es gibt nicht sonderlich viele wissenschaftliche Arbeiten zu Chia-Samen und Chia-Öl. Die Arbeiten, die es gibt, zeigen Licht- und Schattenseiten der Pflanze, wobei die Lichtseite die Oberhand behält.

https://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25837222: Diese Arbeit zeigte an Ratten, dass Chia-Öl körpereigene Antioxidantien erneuern hilft und zwei unterschiedliche Hitzeschockproteine in der Skelettmuskulatur aktiviert. Allerdings sahen die Autoren der Studie keine Abnahme von Körpergewicht oder Abdominalfettgewebe bei übergewichtigen Ratten. Dies lässt zumindest den Verdacht zu, dass Chia-Samen und -öl für die Gewichtsreduktion möglicherweise nicht geeignet sind.

https://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25403867: Diese Arbeit wurde mit 26 Probanden mit Hypertonie durchgeführt. Die Probanden unter Chia-Samenmehl zeigten eine zufriedenstellende Verringerung des systolischen Blutdruckwerts. Ob aber 26 Probanden in 3 Gruppen aufgeteilt eine aussagekräftige Aussage zulassen, das muss in Zweifel gezogen werden.

https://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24811150: Diese Laborarbeit untersuchte die physiologisch wirksamen Substanzen in Chia-Samen. Das Ergebnis zeigte, dass der Samen eine hohe anti-oxidative Eigenschaft haben, was sich auch schon in der zuvor diskutierten Arbeit angedeutet hatte.

https://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23778782: In dieser Arbeit wurden 13 gesunde Probanden mit Weißbrot versorgt, in das Chia-Samen eingebacken worden waren. Untersucht wurden Blutzuckerwerte 2 Stunden nach Verzehr des Brots mit einem Vergleich mit Brot ohne den Samen. Das Ergebnis zeigte, dass nach dem Verzehr von Brot mit Chia-Samen die postprandialen Werte signifikant unter den Werten lagen, die sich nach dem Verzehr von normalem Brot ergaben. Es gab keine Unterschiede zwischen zerriebenem oder ganzen Chia-Samen im Brot.

Auch hier stellt sich die Frage nach der Aussagekraft einer solchen Studie mit nur 13 Teilnehmern.

https://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21339125: In dieser Arbeit kommen wir auf Fragen nach „essentiellen“ Substanzen in Chia-Samen zurück. Während die Aussage der „Jolie“-Autorin („Chia Samen sind allerdings die Pflanze mit dem höchsten Omega-3-Vorkommen überhaupt.“) fast richtig ist (Leinöl und Perillaöl haben in etwa gleich viel und etwas mehr an Omega-3-Fettsäuren zu bieten), geht es in dieser Arbeit um den Aminosäuren-Gehalt von Chia-Samen. Und hier zeigten die Samen ein signifikantes Defizit beim Profil essentieller Aminosäuren. Die Autoren konnten daher Chia-Samen nicht als zuverlässigen Lieferanten von essentiellen Aminosäuren empfehlen.

Eine neuere Arbeit, leider ohne Abstract veröffentlicht, charakterisiert Chia-Samen als ein neues allergieauslösendes Nahrungsmittel (Allergen characterization of chia seeds (Salvia hispanica), a new allergenic food.). Ein Pendant dazu aus dem Bereich der Heilpilze gibt es beim Shiitake Pilz (Lentinus edodes), der ebenfalls zu allergischen Reaktionen, in diesem Fall Hautreaktionen, führen kann (Shiitake Dermatitis). Daher ist Vorsicht geboten. Ein erster Verzehr sollte vorsichtig und kontrolliert durchgeführt werden, um die Reaktion des Organismus auf die Substanzen im Chia-Samen zu beobachten und im Falle des Falles erst einmal klein zu halten. Damit wäre die Bezeichnung „Super-Food“ nach meiner Meinung in keinster Weise berechtigt. Denn ein Super-Food löst keine Allergien aus.

Die letzte Arbeit an dieser Stelle beschäftigt sich mit der Behauptung, dass Chia-Samen sich für die Gewichtsreduktion eignen. Die erste hier diskutierte Arbeit an Ratten hatte keinen Hinweis auf eine Gewichtsabnahme unter Chia-Samen gezeigt.

https://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19628108: „Chia seed does not promote weight loss or alter disease risk factors in overweight adults.“ Diese Arbeit verrät das Ergebnis ja schon in der Überschrift. Immerhin wurden hier 90 übergewichtige Probanden in die Studie einbezogen, von denen 76 bis zum Ende der Studie durchhielten. Das Ergebnis war nicht nur für die Gewichtskontrolle negativ. Auch andere Parameter, wie Körpermasse und -zusammensetzung per Röntgenanalyse, Entzündungsparameter im Blut, oxidativer Stress (Trolox), Blutdruckwerte und Serumlipide, fielen bei der Verum- und Plazebogruppe gleich gut oder schlecht aus, ohne signifikante Unterschiede zu ergeben. Es zeigten sich auch keine Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Teilnehmern.

Fazit

Chia-Samen sind alles andere als ein „Super-Food“. Mögliche Allergien unter den Samen beziehungsweise dem Öl und keine belegte Fähigkeit, das Körpergewicht zu reduzieren, widersprechen den Marketingstrategen, die mal wieder eine neue Verkaufsmasche unter dem Namen „Super-Food“ in Bewegung gebracht zu haben scheinen.

Auch die fehlende entzündungshemmende und anti-oxidative Wirkung bei der letzten Studie sind Beleg dafür, dass der Samen und sein Öl noch keine gründliche wissenschaftliche Abklärung erfahren haben. Denn es gibt andere natürliche Substanzen von Mutter Natur, die hier ein vielfach bestätigt besseres und günstigeres Profil hergeben.

Aber auch die sind fürs Abnehmen nicht geeignet. Wer abnehmen möchte, der sollte sich nicht (nur) auf natürliche oder synthetische Substanzen verlassen (dreimal täglich eine Pille wird es richten), sonst ist er/sie verlassen. Was unternommen werden muss, damit man dennoch ans Ziel gelangt, das können Sie hier nachlesen: Wie Sie dauerhaft und gesund Abnehmen

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Stan und Barb Rutner sind die Helden dieser Geschichte. Wie authentisch diese Geschichte ist, das lässt sich nur schwer einschätzen.

Grund für diese Unsicherheit ist der erstaunliche Verlauf einer tödlichen Erkrankung, die mit einem nicht zugelassenen Medikament mit nicht zugelassener Indikation eliminiert werden konnte.

Wie sieht diese Geschichte aus?

Stan und Barbara sind ein altes Ehepaar, das seit 59 Jahren zusammen ist. Beide hatten bereits ihre eigenen Erfahrungen mit Krebs gehabt. Vor rund 25 Jahren litt Stan an einem Non-Hodgkin Lymphom. Barbara hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zweimal einen Brustkrebs besiegen können.

Stan setzte sich einer aggressiven schulmedizinischen Standardtherapie aus, die den Krebs zur Remission brachte. Das war 1989. Seitdem schien das Thema Krebs in Vergessenheit geraten zu sein. Im Jahr 2011 jedoch sollte sich alles ändern. Es fing mit einem eher harmlosen Husten an, der von seinem Hausarzt als eine Anfangsform von Lungenentzündung diagnostiziert wurde. Der Arzt bemerkte weiter, dass auf dem Röntgenbild verdächtige Flecken zu sehen waren, die er nach dem Abklingen der Lungenentzündung weiterverfolgen wollte.

Es sollte sich herausstellen, dass diese Flecken Tumore eines Lungenkrebs waren. Die endgültige Diagnose lautete: Stadium 4 Lungenkrebs mit Metastasen im Gehirn. Wie vor etlichen Jahren musste sich Stan der üblichen schulmedizinischen Krebstherapie ausliefern, die diesmal in Chemotherapie und Bestrahlung bestand. Stan, der inzwischen fast 80 Jahre alt war, hatte eine besonders schwere Zeit, da die Therapie ihm zusehends zusetzte. Kurz nachdem die Therapie Anfang 2012 begann, litt er unter einer Kanonade von Nebenwirkungen wie einer lähmenden Müdigkeit, Gewichtsverlust, chronischer Übelkeit und zunehmendem körperlichen Verfall.

Seine Frau erklärte dazu: „Danach war er völlig aufgerieben. Er war sehr dünn. Wir stoppten die Bestrahlungen des Gehirns am 25. Juni. Am 13. Juli kam er zum ersten Mal ins Krankenhaus wegen einer Strahlenpneumonitis (eine Lungenentzündung verursacht durch die Bestrahlung). Es gab drei weitere Krankenhausbesuche in dieser Zeit. Beim dritten Mal behielt das Krankenhaus ihn für eine Woche und er bekam 24 Stunden Sauerstoffzufuhr. Danach wurde er ein Fall für die Palliativpflege.“

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Die Doktoren gaben ihm wenige Wochen. Zu diesem Zeitpunkt begannen die Rutners mit alternativen Behandlungsformen, um Stans Leiden zu vermindern oder vielleicht sogar den drohenden Tod abzuwenden. Sie versuchten es mit Reiki Energietherapie und Akupunktur.

Er versuchte es sogar mit kreativer Visualisierung, eine Therapie, die seiner Frau seinerzeit geholfen hatte. Bei ihm jedoch schien nichts anzuschlagen. Sein Zustand verschlechterte sich mehr und mehr. Zu diesem Zeitpunkt schlugen seine Tochter Corinne und ihr zukünftiger Ehemann den Einsatz von Cannabis vor.

Barbara erklärte dies so: „Corinne und John fingen an, sich für medizinisches Marihuana zu interessieren, aber wir hatten Bedenken wegen des körperlichen Zerfalls von Stan. Er hatte so viel an Gewicht verloren und wir waren so bemüht, seinen Appetit wieder anzuregen und seine permanente Übelkeit zu beeinflussen. Wir begannen auf Empfehlung von Corinne tagsüber Kapseln mit Cannabis und Kokosnussöl zu geben. Er nahm ein Drittel einer Kapsel am Morgen und es war eine oder zwei Wochen später, wo er bereits auf seine Sauerstoffzufuhr verzichten konnte, die er zuvor 24 Stunden am Tag benötigt hatte.“
Stan sagte dazu: „Ich war ohne Zögern bereit, es mit Cannabis zu versuchen. Ich lag so gut wie im Sterben und es gab anscheinend nichts, was diesen Verlauf hätte ändern können. Cannabis hat in der nicht medizinischen Welt einen guten Ruf. Zudem hatte ich nichts zu verlieren. Also war es einen Versuch wert.“

Der „Durchbruch“ folgte auf dem Fuß. Nach einigen Wochen nach Beginn der Therapie mit Cannabis verbesserte sich die Situation für Stan in praktisch jeder Beziehung. Er nahm zu, sein Schlaf verbesserte sich und er kam wieder zu Kräften. Zum Schluss verbannte er seine Gehhilfen in der Abstellkammer, konnte komplett auf Sauerstoff verzichten und begann mit körperlichen Trainingsstunden. Seine Frau bezeichnete diese Entwicklung als unglaublich.

Noch unglaublicher sollte das Ende der Geschichte werden. Denn im Januar 2013 erhielt die Familie die Ergebnisse von Stans Kontroll-MRT, das von seinem Gehirn gemacht worden war, per E-Mail von ihrem Onkologen. Diese E-Mail enthielt die trockene Mitteilung: „BEFUND: keine Anzeichen für ein Rezidiv.“ Damit war klar: Der Lungenkrebs, der im Sommer 2011 Metastasen in seinem Gehirn gebildet hatte, und die Metastasen waren verschwunden. Sein behandelnder Arzt sprach von einem Wunder.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=hT8ryvvdSto (Elderly Man with Terminal Cancer Walks Out of Hospice after Treatment with Cannabis Oil).

Meine Einschätzung:

Dies ist eine sehr schöne Geschichte, besonders für die Betroffenen. Das hier geschilderte Versagen der sonst von „Durchbrüchen“ beflügelten Schulmedizin halte ich für authentisch. Auch der Zusammenhang zwischen der Einnahme von Cannabisöl und der sich daraus ergebenden dramatischen Veränderung des Gesundheitszustands des Patienten halte ich für realistisch und schlüssig. Auch wenn dieser einzelne Fall keinen Anspruch auf wissenschaftliche Gültigkeit hat, gibt es in der wissenschaftlichen Literatur eine Reihe von Hinweisen, die diesen Einzelfall direkt oder indirekt bestätigen.

Medical cannabis – the Canadian perspective.

Diese Übersichtsarbeit beschreibt Cannabis als ein Medikament, das bereits 2700 vor Christus in der östlichen Medizin zum Einsatz gekommen ist. In der westlichen Medizin hat Cannabis Erfolge vorzeigen können vor allem in der Schmerztherapie bei verschiedenen Erkrankungen wie neuropathischen Schmerzen, Multiple Sklerose, Rückenschmerzen, Fibromyalgie und vor allem Krebserkrankungen.

Medical marijuana use in head and neck squamous cell carcinoma patients treated with radiotherapy.

In dieser Arbeit kommt Cannabis bei Patienten zum Einsatz, die an einem Kopf-Hals-Karzinom litten. Die Patienten waren mit Strahlentherapie behandelt worden und nahmen jetzt medizinisches Cannabis, um die Langzeitnebenwirkungen der Strahlentherapie zu mildern.

Die 15 Patienten sprachen alle zu 100 Prozent auf Cannabis an. Die Patienten waren beschwerdefrei und galten als klinisch geheilt. Der Einsatz von Cannabis brachte eine Reihe von Nutzen wie den Erhalt des Körpergewichts, Vermeidung von Depressionen, Schmerz, Appetitlosigkeit, Schluckstörungen, Mundtrockenheit, Muskelspasmen und eingedickten, klebrigen Speichel.

Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass medizinisches Cannabis die Langzeitnebenwirkungen einer Strahlentherapie signifikant mildern kann.

Cannabis and Cannabinoids (PDQ®)

Wie es aussieht, gibt es in den USA von der FDA zugelassene Medikamente, die aktive Bestandteile von Cannabis beinhalten und für die Behandlung von Nebenwirkungen zugelassen sind, die durch die konventionelle schulmedizinische Krebsbehandlung verursacht werden. Eine Behandlung für Krebserkrankungen selbst ist von der FDA nicht zugelassen.

Cannabidiol rather than Cannabis sativa extracts inhibit cell growth and induce apoptosis in cervical cancer cells.

Diese Arbeit zeigt zumindest im Labor, dass Krebszellen eines Gebärmutterhalskarzinoms unter der Behandlung von Cannabidiol, einer Wirksubstanz von Cannabis mit geringem psychoaktiven Potenzial, in ihrer Viabilität gehemmt, die Zellteilungsaktivitäten gestoppt wurden und die Zellen in die Apoptose übergingen.

Cannabidiol as a novel inhibitor of Id-1 gene expression in aggressive breast cancer cells

In dieser Arbeit wird gleich vorweg geschickt, dass die Schulmedizin heute immer noch nur eingeschränkte Möglichkeiten hat, einen aggressiven und metastasierenden Brustkrebs zu behandeln. Dabei sind die Metastasen das eigentliche Problem, weniger der primäre Tumor. Cannabis enthält biologische Wirkstoffe, die in der Lage sind, genetische Vorgänge zur Metastasenbildung in der Krebszelle zu blockieren.

Cannabidiol blockierte die Proliferation und Ausbildung von invasiven Phänotypen von Brustkrebszellen. Außerdem blockierte die Substanz die Bildung von mRNA und Proteinen in den Krebszellen in Abhängigkeit der jeweiligen Dosierung.

Die Autoren ziehen den Schluss, dass Cannabidiol das erste nicht toxische und verabreichbare Mittel ist, das die Bereitschaft von Brustkrebszellen zur Metastasenbildung signifikant reduziert, und damit die Aggressivität dieser Krebsform entsprechend einschränkt.

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Solche Studien-Ergebnisse wurden lange von offiziellen Stellen ignoriert und die Zulassung für die Krebsbehandlung nicht erteilt. Die Nutzung von Cannabis für medizinische Zwecke ist zwar in vielen Ländern möglich, aber immer noch erheblichen Einschränkungen unterworfen. In den USA kann ein Arzt in vielen Bundesstaaten Marihuana verschreiben, allerdings nicht für die Behandlung von Krebs. Cannabis gehört zu den Medikamenten der Kategorie 1, vergleichbar mit unserem Betäubungsmittelgesetz.

Derartige Pharmaka erfordern strenge Kriterien für die Verordnung und überdies einen hohen bürokratischen Aufwand. Die Drug Inforcement Agency (DEA) in den USA hatte eine Herabstufung von Cannabis in Betracht gezogen, was aber offenbar durch die Pharma-Lobby verhindert wurde. Laut der Washington Post (13.06.2016) intervenierte besonders ein Unternehmen, das synthetische Analoga von THC auf den Markt bringen wollte (THC: Tetrahydrocannabiol, der Hauptwirkstoff in Marihuana).

Fazit

Je mehr man nach wissenschaftlicher Literatur zum Thema Krebs und Cannabis sucht, desto mehr drängt sich der Verdacht auf, dass der oben geschilderte phänomenale Einzelfall alles andere als Zufall ist. Obwohl die Literatur in Bezug auf Cannabis als Krebsmedikament noch zu wünschen übrig lässt, gibt es etliche Laborstudien, die gezeigt haben, dass Cannabis beziehungsweise seine biologisch aktiven Substanzen die Entwicklung und Entstehung von Krebszellen verhindern und vor allem die Metastasenbildung unterbinden.

Selbst das National Cancer Institute (NCI) des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums geht mittlerweile von der krebshemmenden Wirksamkeit von Cannabis aus. Auf eine Ausweitung des Indikations-Gebietes wartet man allerdings vergeblich.

Fazit vom Fazit: Schulmedizin und Pharmaindustrie haben allen Grund vor Cannabis zu warnen. Denn es besteht der begründete Verdacht, dass eine gründliche Erforschung von Cannabis bei Krebserkrankungen zu Ergebnissen führt, die das Todesurteil für die klassische Onkologie bedeuten könnte.

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Die körpereigene Substanz Carnosin, die vor allem im Muskelgewebe und im Gehirn vorkommt,  gilt als zellverjüngend und vitalisierend.

Denn das Dipeptid schützt die Zellen durch das Abfangen freier Radikale vor einer Oxidation und der damit einhergehenden Schädigung. Außerdem verlängert Carnosin auf beeindruckende Weise das Leben der Zellen. Sportler nutzen Nahrungsergänzungsmittel mit Carnosin für eine bessere Trainingsleistung und zur schnellen Regeneration. Und selbst bei autistischen Kindern führt Carnosin zu einer gesteigerten Lernfähigkeit und zu verbesserten Denkmustern.

Kleine Stoffkunde

Das Dipeptid Carnosin besteht aus den beiden Aminosäuren Beta Alanin (β-Alanin) und Histidin. Unser Körper kann den Stoff selber herstellen, auf der anderen Seite nehmen wir Carnosin aber auch mit der Nahrung – vor allem über tierisches Muskelfleisch – auf.

Bei der Produktion von Carnosin ist das Beta Alanin der limitierende Faktor, da es in unserem Körper nicht so häufig vorliegt, wie das in vielen Proteinen vorkommende Histidin. Vegetarier, aber auch alte Menschen haben daher häufig einen erniedrigten Carnosinwert. Bei Frauen ist in den Muskeln ebenfalls deutlich weniger Carnosin enthalten als bei Männern (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20865290).

Was bewirkt Carnosin?

Carnosin ist unter anderem aufgrund seiner vielfältigen antioxidativen Eigenschaften geschätzt. Denn das Dipeptid kann verschiedene gefährliche Substanzen unschädlich machen, bevor diese die menschlichen Zellen oder Zellbestandteile zerstören. So fängt Carnosin beispielsweise die extrem reaktionsfreudigen freien Radikale ab, noch ehe diese andere körpereigene Substanzen angreifen können.   (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9140702).

Gleichzeitig macht Carnosin ungesättigte Aldehyde unschädlich, die durch eine Reaktion der freien Radikale mit  Fettsäuren der Zellmembranen entstanden sind. Aldehyde sind, ähnlich wie die freien Radikale selber, sehr reaktionsfreudig und können Zellen schädigen (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12489081).

Bei der Glykation reagieren Kohlenhydrate (Zucker) unkontrolliert mit körpereigenen Proteinen, wodurch diese ihre natürlichen Aufgaben nicht mehr erfüllen können. Die Glykation tritt besonders gehäuft bei Diabetikern auf, da im Blut der Patienten viele Zuckermoleküle vorhanden sind.

Die Zucker-Protein-Komplexe können verschiedene Gewebe auf Dauer schädigen, außerdem scheint die Glykation die Zellalterung zu beschleunigen. Forscher konnten zeigen, dass Carnosin der Glykation entgegenwirkt und daher möglicherweise unter anderem eine Diabetes-induzierte Arteriosklerose abwenden kann (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12489081).

Auf der anderen Seite ist die Verhinderung der Glykation einer der Gründe dafür, dass Carnosin als zellverjüngend gilt und immer wieder als hervorragendes Anti-Aging-Mittel angepriesen wird.

Seit den 1960er Jahren ist bekannt, dass die Zellen von Eukaryoten (Lebewesen, deren Zellen einen Zellkern besitzen), nur eine bestimmte Anzahl von Teilungen durchführen können, bevor sie durch den programmierten Zelltod absterben. Diese limitierte Lebensdauer wird als Hayflick-Grenze bezeichnet. Untersuchungen zeigen nun an menschlichen Zellkulturen, dass Carnosin die Anzahl der möglichen Teilungen erhöht. Außerdem kann Carnosin in Zellen, die kurz vor ihrer Hayflick-Grenze stehen, die bereits aufgetretenen Alterserscheinungen rückgängig machen (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8187813). Dies ist ein weiterer Grund dafür, dass Carnosin als Anti-Aging-Mittel in aller Munde ist.

Als so genannter Chelatbildner kann Carnosin Komplexe mit verschiedenen zweiwertigen Metallionen eingehen. Bildet das Carnosin einen Chelatkomplex mit Schwermetallen, so können diese giftigen Elemente leichter aus dem Körper ausgeschieden werden (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9765790).

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Carnosin ist dafür bekannt, die Frontallappen-Funktion im Gehirn zu verbessern und Nervenzellen vor Schädigungen zu schützen. In einer placebo-kontrollierten Doppelblindstudie konnte ein Forscherteam aus Illinois zeigen, dass sich die Kommunikationsfähigkeit und die Sozialisation autistischer Kinder durch das Dipeptid stark verbesserten (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12585724).

Carnosin kann möglicherweise bei Menschen einer Linsentrübung (Grauer Star) entgegenwirken. Wissenschaftler konnten unter Laborbedingungen zeigen, dass bei Rattenlinsen (Organkultur) Carnosin einen Großteil der Trübung heilte (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19441807).

Da die Sicherheit und die Wirksamkeit von Carnosin-haltigen Medikamenten im Augenbereich aber noch nicht hinreichend bewiesen wurden, ist der Einsatz als Arzneimittel bei Grauem Star bisher nicht zugelassen.

Tierversuche zeigen darüber hinaus, dass Carnosin das Wachstum von Krebszellen verzögern kann (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2005328) und alkohol-induzierten chronischen Leberschäden entgegenwirkt (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18222027). Ob diese positiven Eigenschaften auch auf den menschlichen Organismus übertragbar sind, ist wissenschaftlich bisher nicht geklärt.

Produkte mit Carnosin

Aufgrund der herausragenden antioxidativen Eigenschaft und der nachgewiesenen Verlängerung der Lebensdauer von menschlichen Zellen, ist Carnosin ein beliebter Zusatz in Nahrungsergänzungsmittel. Doch auch Lotions und Faltencremes, die Carnosin enthalten, verlangsamen nachgewiesenermaßen die Hautalterung (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19735523).

Nebenwirkungen und Überdosierung von Carnosin

Als körpereigene Substanz, die auch mit tierischer Nahrung in unseren Stoffkreislauf gelangt, gilt Carnosin als völlig ungefährlich und frei von Nebenwirkungen.

Wer die Substanz über Nahrungsergänzungsmittel aufnimmt, sollte sich allerdings an die empfohlene Tagesdosis halten. Denn: Carnosin kann zu einer Steigerung des Corticosteronspiegels (Steroidhormon) führen. Dies wiederum hat bei einer regelmäßig hohen Dosierung möglicherweise Hyperaktivität und mangelnde Aufmerksamkeit zur Folge.

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Als langjähriger Praktiker im Bereich der Naturheilkunde möchte ich heute auf eine faszinierende Pflanze aufmerksam machen: Camu Camu. Das Superfood aus Südamerika ist nicht nur für ihre außergewöhnlich hohen Vitamin-C-Werte bekannt, sondern birgt auch zahlreiche weitere gesundheitsfördernde Eigenschaften. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die vielseitigen Vorteile von Camu-Camu und wie Sie es am besten für sich nutzen können.

Was ist Camu Camu?

In Südamerika wächst ein Myrtengewächs, das von Dezember bis April runde, kirschgroße, rote Früchte trägt. Es ist der Camu-Camu-Strauch (Myrciaria dubia), der drei bis sechs Meter hoch werden kann und zwischen Juli und September weiß blüht. Heimisch ist die Pflanze im westlichen Amazonasgebiet, vor allem in Peru.

Das Besondere des Camu-Camu-Strauches sind seine Früchte, denn diese besitzen mehr als 40-mal so viel Vitamin C wie Apfelsinen oder Zitronen. Damit gilt Myrciaria dubia als die Pflanze mit dem höchsten Vitamin-C-Gehalt weltweit. Außerdem ist Camu-Camu sehr reich an Eisen. Weitere wichtige Inhaltsstoffe sind Phosphor, Beta-Carotin, Calcium sowie andere Mineralien und Spurenelemente.

Die in den Pflanzen enthaltenen Anthocyane haben antioxidative Eigenschaften und gelten daher als gute Radikalfänger (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16302773).

Ebenso sind die Früchte reich an ätherischen Ölen, etwa Pinen und Limonen (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10775382).

Die in Camu Camu enthaltene Betulinsäure kann möglicherweise Erkrankungen des Immunsystems effektiv bekämpfen (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21512298).

Außerdem ist dieser sekundäre Pflanzenstoff dafür bekannt, das Wachstum von Krebszellen zu verhindern und Krankheitserreger zu bekämpfen.

Die Einnahme von Camu-Camu wird bei Menschen mit einem schwachen Immunsystem empfohlen, denn das Pulver stärkt die Abwehrkräfte. Machen sich Anzeichen einer Erkältung oder Infektion bemerkbar, ist die Einnahme ebenfalls sinnvoll, um die körpereigene Abwehr zu unterstützen. Camu-Camu soll auch gegen Stressauswirkungen helfen.

Camu-Camu wirkt vitalisierend, verbessert die Aufnahme von Eisen und sorgt für körperliches Wohlbefinden. Die Einwohner Südamerikas nutzen die Regenwaldfrüchte traditionell als Aphrodisiakum. Der Wirkstoff soll sich stärkend auf das Nervensystem auswirken und zu einer Entschlackung des menschlichen Organismus führen. Auch wird der Camu Camu-Frucht eine straffende und glättende Wirkung auf die Haut nachgesagt. Aber wie bei vielen Produkten wird deren Anwendungsspektrum häufig „überzogen“ – auf einmal soll es gegen alles und jeden helfen.

Doch einiges ist wissenschaftlich, zumeist allerdings nur in Tierversuchen, erwiesen:

Die Camu Camu-Früchte haben, laut einer Studie, hervorragende antioxidative Eigenschaften und schützen zugleich unser Erbgut vor einer Schädigung (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22542553).

Andere Wissenschaftler konnten beim Menschen nicht nur die antioxidativen Eigenschaften von Camu Camu bestätigen, sondern darüber hinaus auch zeigen, dass der Saft der Früchte entzündungshemmend wirkt. Sie verglichen dazu verschiedene Blutmarker männlicher Raucher, nachdem diese sieben Tage lang entweder Vitamin-C-Tabletten oder den Saft der Früchte eingenommen hatten.

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Die Tabletten, deren Vitamin-C-Dosierung genau der des Fruchtsafts entsprach, senkten viele untersuchte Entzündungsmarker nicht. Bei den Probanden, die Camu Camu eingenommen hatten, waren bestimmte Blutwerte hingegen signifikant erniedrigt. Hieraus ergibt sich, dass in den Früchten entzündungshemmende Substanzen vorhanden sein müssen, die entweder allein oder in Kombination mit dem Vitamin C den Organismus schützen (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18922386).

Mäuseversuche belegen außerdem, dass Camu Camu sich positiv auf Immunerkrankungen auswirken kann (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21512298).

Die Regenwaldfrucht kann möglicherweise auch bei Leberschäden helfen. Dies zeigen Untersuchungen an Ratten recht eindrucksvoll (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20208347).

Auch im Tierversuch mit Mäusen konnte Camu Camu bei üppiger Ernährung Leberschäden verhindern. Die mit Camu Camu versorgten Tiere erkrankten im Gegensatz zu den Kontroll-Tieren nicht an hepatischer Steatose (Fettleber). Sie wogen trotz Überfütterung nur die Hälfte wie ihre Artgenossen, die das Fruchtpulver nicht bekamen. Zudem waren sie sensitiver gegenüber Insulin und wiesen eine höhere Glucose-Toleranz auf.

Die Wissenschaftler vermuten, dies könne mit einer höheren Stoffwechsel-Aktivität zusammenhängen, die Cam Camu verursacht. Wahrscheinlich regen die Wirkstoffe das braune Fettgewebe an, das keine Speicher-Funktion hat, sondern für den Wärmehaushalt zuständig ist. So die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind, könnte Camu Camu gegen Übergewicht und das metabolische Syndrom helfen (https://gut.bmj.com/content/early/2018/07/31/gutjnl-2017-315565).

In einem speziellen Gefriertrocknungsverfahren wird aus den Früchten naturreines Fruchtpulver hergestellt. Dieses wird von unterschiedlichen Anbietern vertrieben.

Zum Beispiel ist das Pulver der Firma palmLife in braunen, lichtgeschützten Gläsern mit Schraubdeckel verpackt. Es soll frei von synthetischen Zusatzstoffen sein und weder Gluten, noch Laktose oder Gelatine enthalten.

Auch von der Firma Sevisanaline wird das Pulver angeboten. Alle Angaben und auch die richtige Einnahme stehen auf der Dose. Ein bis zwei Teelöffel des Pulvers werden in ¼ l Wasser, Tee oder Saft eingerührt und getrunken. Das Pulver kann auch in Quark, Müsli, Süßspeisen und Backwaren verarbeitet werden.

Camu Camu ist ein Nahrungsergänzungsmittel und selbstverständlich kein Ersatz für eine ausgewogene vollwertige Ernährung. Die empfohlene Verzehrmenge sollte möglichst nicht überschritten werden. Obwohl keine Nebenwirkungen bekannt sind, sollten Schwangere vor der Einnahme Rücksprache mit ihrem Arzt halten.

Leider gibt es auch einen Nachteil: Seit das hohe gesundheitliche Potenzial der Camu- Camu-Früchte auch international bekannt ist, kam es zu einem regelrechten Raubbau wildwachsender Pflanzen.

Das hat zu einem Rückgang mancher Fischarten geführt, die sich vornehmlich von den in den Überschwemmungsgebieten des Amazonas wachsenden Pflanzen ernähren. Mittlerweile wird Camu Camu auch in nachhaltigem Landbau kultiviert, doch übersteigt der Bedarf noch bei weitem das Angebot.

Es ist daher für das Ökosystem wichtig, darauf zu achten, nur kultiviertes Camu Camu zu nutzen. Bei den Produzenten des Pulvers kann man sich hierüber informieren.

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Beitragsbild: 123rf.com – Alexander Raths

Es ist wieder einmal so weit: Wir haben einen neuen Hype um eine weitere Beere, die Blushwood-Beere. Warum neuer Hype?

Dazu eine kurze Rückblende, damit sie einmal sehen, was für eine neue Sau ständig durchs Dorf getrieben wird:

Vor etwa vier Jahren gab es eine Wunderbeere, die exotisch und besonders interessant war: Die Acai-Beeren. Was von diesem damals „tobenden“ Hype zu halten ist und was von den werbewirksamen Versprechungen für die Gesundheit zu halten ist, das habe ich hier einer genaueren Betrachtung unterzogen: Acai Beere – Was können Kapseln – Pulver oder Saft? Wirkung und aktuelle Studien zur Acai Beere.

Ein Jahr später, also vor rund drei Jahren, da machte die Nahrungsergänzungsmittelindustrie mit einer Beere auf sich aufmerksam, die noch exotischer und damit noch interessant war: Die Goji Wunderbeere. Ich hatte dazu einen Beitrag gebracht (Goji: Eine Wunderbeere?), der versucht hatte, die Kirche im Dorf zu lassen und die schöne, heile Welt der alternativen Wundermittel aus dem Legoland wieder in die Realität zurückzuholen.

Dann vor zwei Jahren dann ein weiterer Hype: Büffelbeeren – Die neue Superfood-Welle.

Wie ich in dem Beitrag bemerkte, sollten laut „Wunderland“ der Nahrungsergänzungsmittelindustrie diese Büffel und deren Bären – nein, Beeren – alle Acai, Goji und sonstige Beeren vergessen machen.

Bei genauerem Hinsehen jedoch entpuppte sich die Beere als ein zwar wertvolles Nahrungsmittel, das aber keine Substanzen aufweist, die nur in dieser Beere vorkommen.

Ein Beispiel für die Einzigartigkeit von Substanzen in Pflanzen etc. wäre das Ergothionein, eine Aminosäure mit besonders ausgeprägten anti-oxidativen Eigenschaften, die nur in Cyanobakterien, Actinobakterien und einigen Pilzen, meist Heilpilzen, in signifikanten Mengen vorkommt.

Die Büffelbeere aber enthält Lycopin, das im Zuge des Hypes um die Beere zum neuen „Erlöser von allem Übel“ erkoren wurde. Dabei gibt es Lycopin in Hagebutten, Tomaten und, und, und. Lycopin ist eine interessante Substanz, aber kein Grund für einen Hype. Es sei, man will was teuer verkaufen…

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Der Hype um die Blushwood-Beere

Hylandia dockrillii lautet der fachmännische Begriff für diese Pflanze, die zur Familie der Wolfsmilchgewächse zählt. Ähnlich wie der Teebaum kommt diese Pflanze nur in Australien vor. Damit hätten wir wieder einmal einen exotischen Kandidaten.

Aber diesmal scheint der Hype ein etwas anderer zu sein. Denn PLOS ONE veröffentlichte eine Studie, die mehr als erstaunliche Ergebnisse zeigte: Intra-Lesional Injection of the Novel PKC Activator EBC-46 Rapidly Ablates Tumors in Mouse Models.

Die Autoren extrahierten einen Diterpen-Ester, der möglicherweise nur von dieser Pflanze gebildet wird und den sie „EBC-46“ nannten. Ob EBC-46 wirklich so einzigartig ist kann man erst mit Bestimmtheit verkünden, wenn andere Pflanzen auf dieses Diterpen untersucht worden sind.

Der EBC-46-Extrakt der Beere wurde dann in die Hauttumore von Mäusen (ex vivo = Entnahme von Tumoren und weitere Beobachtung als Zellkultur) injiziert und beobachtet, welche Reaktionen sich ergaben. Nach nur vier Stunden fanden die Autoren keine lebensfähigen Tumorzellen mehr in der Zellkultur.

Die Autoren sahen, dass der Extrakt sich in vivo in den Tumorzellen anzureichern schien, was zu einer stärkeren lokalen Reaktion führt, wie Ödembildung etc.

Injektionen in gesunde Haut zeigte keine solchen Reaktionen. Durch die Behandlung mit dem Extrakt verloren die Tumorzellen ihren Zusammenhalt durch eine Erhöhung der Permeabilität des Endothels.

Die Autoren schlossen aus ihren Beobachtungen, dass eine einzige Injektion von EBC-46 in Hauttumore von Mäusen nach kurzer Zeit zu einer hämorrhagischen Nekrose führt, begleitet vom Zelltod der Tumorzellen und damit eine Möglichkeit zur schnellen Heilung von Hauttumoren zu sein scheint.

Diese frohe Botschaft wird natürlich gerne mehr oder weniger undifferenziert aufgeschnappt und verstärkt als der neue Hype auf die Welt losgelassen.

Dementsprechend euphorisch sind die Meinungen und Veröffentlichungen dazu, wie zum Beispiel „Medikament aus Beeren zerstört Krebszellen“(1).

Oder die Deutschen Wirtschaftsnachrichten: „Krebsforschung: Beeren-Wirkstoff tötet Tumor in Minuten“. (2)

Wo bei den Forschern noch von vier Stunden die Rede war, wissen es die Wirtschaftsexperten besser und beschließen, dass es nur Minuten statt Stunden waren. Denn Zeit ist Geld, besonders in der Wirtschaft (je länger ich da drinsitze, desto mehr gebe ich ja fürs Bier aus). Unglaublich. Und solche „Nachrichten“ werden wir frisch geschnitten Brot über die sozialen Medien verteilt… Toll. Studien lesen? Langweilig.

Na gut. In einer englischsprachigen Webseite dagegen redet man von 25 bis 30 Tagen unter realistischen Bedingungen: Blushwood – Amazing Plant Proven To Treat 75% of All Types of Cancer Within 25 Days.

Und unter https://rexresearch.com/blushwood/gordon.htm kommt eine Koautorin der Studie zu Wort. Wie es aussieht, sind inzwischen eine Reihe von Tieren, Pferde, Katzen und Hunde, mit Hauttumoren mit dem Extrakt behandelt worden. Die Injektionen des Extrakts bewirkten einen meist kompletten Rückgang der Tumore (Melanome, Sarkoma, Karzinome und Mastzelltumore) ohne Langzeitnebenwirkungen.

Die Forscherin kündigt auf dieser Seite an, dass die Firma QBiotics plant, die Substanz klinisch zu erproben. Für den Einsatz beim Menschen denkt sie neben den Hautkrebsformen auch an Brustkrebs, Kopfkrebs (?), Nackenkrebs (?) und Prostatakrebs.

Auch hier soll die Verabreichung lokal durch Injektionen erfolgen. Denn es gibt keinen Hinweis, dass EBC-46 auch systemische Wirkungen entfalten kann. Was Kopfkrebs und Nackenkrebs sein soll erschließt sich mir jetzt auch nicht so ganz…

Was steckt dahinter und warum der Hype keiner ist

So wie es aussieht, sind die Neuigkeiten über die Blushwood-Beere von denen über die weiter oben genannten Beeren grundlegend verschieden.

Denn Acai, Goji und Co. können immerhin in Anspruch nehmen, dass ihre gesundheitlichen Vorzüge, für die es ebenfalls wissenschaftliche Belege gibt, durch den Verzehr derselben zustande kommen.

Bei der Blushwood-Beere dagegen erklären die Autoren, dass es hier ausschließlich um eine topische Behandlung durch Injektion geht. Eine orale Verabreichung der Beeren oder des Extrakts scheint keine Wirkung zu haben. Damit fällt für diesmal zumindest der Gedanke fort, Blushwood-Beeren als Nahrungsergänzungsmittel vermarkten zu können.

Die gerade diskutierte Arbeit zumindest gibt weniger als keinen Grund für eine solche Idee.
Wenn also der Blushwood-Beeren-Extrakt nur topisch lokal als Injektion wirkt, dann kann sich der Hype nur auf diese medizinische Maßnahme beschränken.

Und hier muss ich allerdings gestehen, dass die Ergebnisse mehr als nur vielversprechend erscheinen. Auch wenn ein Teil der Autoren einen „Interessenskonflikt“ erklärt, da sie für QBiotics tätig sind oder waren, muss dies nicht unbedingt heißen, dass auch hier Studienergebnisse so manipuliert worden sind, dass sie das Urteil „geschönt“ verdienten.

Ich halte die hier gefundenen Ergebnisse für sehr glaubwürdig. Und damit bin ich auf die Arbeiten gespannt, die unter klinischen Bedingungen bei menschlichen Patienten durchgeführt werden (sollen).

Denn wenn sich hier etwas Grundsätzliches bei der Therapie der oben erwähnten Krebsformen tut, dann wäre eine rein natürliche Substanz (als Extrakt) potenter bei der Behandlung von Krebs als die bisherigen schulmedizinischen „Spielereien“ mit Zytostatika.

Das gleichzeitige fast vollständige Fehlen von Nebenwirkungen würde die Kluft zwischen evidenzblasierter chemotherapeutischer Chemie und natürlichen Wirksubstanzen zusätzlich vergrößern.

Fazit

Die Blushwood-Beere ist kein Hype, aber ihr Extrakt könnte ein „Durchbruch“ werden. Aber diese Art von Durchbruch ist nicht das, was man in der Schulmedizin darunter versteht. Von daher bin ich gespannt, wie sich dieser Ansatz weiter entwickelt.

Ich schätze, dass von Seiten der Schulmedizin und Pharmaindustrie keine besonders positive Resonanz zu erwarten ist und dieser interessante Therapieansatz bald in irgendeiner Schublade verschwinden wird…

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Quellen:

(1) taspo.de/handel/medikament-aus-beeren-zerstoert-krebszellen/

(2) deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/11/03/krebsforschung-beeren-wirkstoff-toetet-tumor-in-minuten/

Beitragsbild: fotolia.com – C. alinamd

Abb1: Es handelt sich bei den Produkten um Blütenpollen, die von Bienen eingesammelt wurden. Denn die Bienen nutzen diese gesunden und sehr eiweißreichen Pflanzenbestandteile, um damit ihren Nachwuchs aufzuziehen. Die Imker sammeln die Blütenpollen, auch Bienenpollen genannt, aus dem Bienenstock, damit das vollwertige Nahrungsergänzungsmittel auch für die Menschen nutzbar wird.
Bildnachweis: Fotolia.com – rainbow33

Die Blütenpollen dienen bei Samenpflanzen der geschlechtlichen Fortpflanzung und sind funktionell den Spermien der Tiere gleichzusetzten.

Verbreitet werden die winzigen Körnchen über Wind, Wasser und durch Tiere. Problematisch für den Menschen sind Blütenpollen insofern, da sie bei einigen Menschen Allergien auslösen. Durch den Menschen genutzt werden Pollen seit Jahrhunderten hauptsächlich im Rahmen der Ernährung bzw. zur Nahrungsergänzung.

Gewonnen werden die mikroskopisch kleinen Pollen vom Imker. Er inseriert am Eingang des Bienenstockes eine sogenannte Pollenfalle. Die Bienen müssen sich dann durch kleine Löcher in der Verschalung hindurchzwängen, um in ihren Bau zu gelangen. Die an den Hinterbeinen der Insekten haftenden Pollen fallen dann in einen Auffangbehälter. Anschließend erfolgt eine Trocknung und Reinigung der Rohware.

Die Blütenpollen, deren Geschmack leicht süßlich ist, sind eiweißreich. Der Proteingehalt beträgt bis zu 40 %, darin eingeschlossen sind rund 5.000 Enzyme. Die nicht in Eiweiß gebundenen freien Aminosäuren der Blütenpollen sind besonders leicht vom Menschen verwertbar.

Neben den Eiweißbausteinen beinhalten Pollen rund 50 % Kohlenhydrate, die den Blutzuckerspiegel nicht beeinflussen. Ein weiterer Bestandteil sind ca 3 % Fettsäuren. Hinzu kommt ein geringer Prozentsatz bisher nicht in der Struktur aufgeklärter Verbindungen. Wahrscheinlich verbergen sich hier phytomedizinische Wirkstoffe, auf die viele der positiven Wirkungen der Blütenpollen zurückgehen.

Außerdem sind die Blütenpollen reich an den Vitaminen B1B2, B3, B5, B6, B9, und ß-Carotin. Zudem sollen sie sogar Vitamin B12  enthalten, das sonst nur in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Gerade dieser Vitalstoff ist für die Stoffwechsel-Aktivität von großer Bedeutung und führt beim Mangel zu Müdigkeit und Leistungsabfall. Infolge einer Hypovitaminose können auch psychische Beschwerden wie Depressionen auftreten.

Zudem enthalten Blütenpollen 60 Mineralstoffe und Spurenelemente. Unter den metallischen Elementen sind dies Kalzium, Kalium ,Magnesium, Eisen, Mangan, Kupfer, Zink und Titan. Als wichtige Halbmetalle kommen Selen und Silizium in Blütenpollen vor. Beipiele physiologisch unentbehrlicher Nichtmetalle in Pollen sind ChlorJodPhosphor und Schwefel. Wegen des hohen Vitalstoffgehaltes verwendet man Blütenpollen häufig für die Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln.

Die optimale Versorgung mit den essentiellen Nahrungsbestandteilen stellt eine wirksame Supplementierung für den Organismus dar. Auf diese Weise wird das Immunsystem gestärkt und die Anfälligkeit für Infekte deutlich herabgesetzt. Dies trägt auch zur Stärkung der Haut und der Optimierung des Hautbildes bei. Auch der Aufbau und die Erhaltung der Knochen werden verbessert. Die Vitalstoffe unterstützen auch das Herz-Kreislauf-System indem sie die Elastizität der Gefäßwände gewährleisten und damit die Durchblutung fördern.

Die Zusammensetzung der Pollen ist dabei stark abhängig von dem Ort, an dem der Bienenstock steht – genauso wie dies beim Honig der Fall ist. Schließlich sammeln die Bienen ja den Blütenpollen von den Pflanzen in ihrer Umgebung (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22785265).

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Die Produkte aus Blütenpollen sollen vielfältige Wirkungen haben, die aber oft lediglich auf jahrhundertelange Erfahrung und nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Unter anderem sollen die Inhaltsstoffe der Blütenpollen Linderung bei Heuschnupfen, Verdauungsproblemen und Nervenschwäche bewirken. Gleichzeitig wird dem Naturprodukt eine aktivierende und leistungssteigernde Wirkung nachgesagt.

Wissenschaftlich erwiesen ist auch, dass die in den Blütenpollen enthaltenen Flavonoide als Radikalfänger wirken und so antioxidative Eigenschaften aufweisen. Dies wurde bisher allerdings nur an Mäusen erforscht und muss noch am Menschen bestätigt werden (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19124059).

Auch wirkt die regelmäßige Einnahme der Blütenpollen bei Mäusen schmerzlindernd und entzündungshemmend (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20645809).

Eine Untersuchung lässt Osteoporose-Patienten aufhorchen: An Ratten konnte gezeigt werden, dass Blütenpollen den Knochenrückgang aufhalten (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22765489).

Umstrittener ist die Wirkung dieser Stoffe in Bezug auf das Verhindern bzw. Aufhalten von Haarausfall und bei Potenzproblemen. Es wird aber angenommen, dass hormonähnliche Substanzen der Blütenpollen verschiedene positive Effekte hervorrufen.
So belegen Rattenversuche, dass die Blütenpollen die Regulation und Funktion der Eierstöcke verbessern (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23137268).

Patienten, die an Heuschnupfen oder anderen Allergien leiden, müssen bei der Einnahme der Blütenpollen allerdings sehr vorsichtig sein. Denn während die einen nach der Anwendung von einer enormen Verbesserung ihrer Symptome berichten, kann es in Einzelfällen zu lebensgefährlichen Komplikationen kommen (unter anderem https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22619345 und https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20447747).

Die Allergiker reagieren auf die enthaltenen Pollen teilweise mit heftigen Reaktionen. Eine vorherige Absprache mit dem Arzt oder dem Heilpraktiker ist daher dringen zu empfehlen. Stellt sich die Anwendung als unbedenklich heraus, ist sie bei Allergien sogar hilfreich.

Blütenpollen werden sowohl in getrockneter Form oder als Granulat und in verkapselten Formulierungen sowie Säften oder Nektar verkauft. Kapseln, Säfte etc. enthalten häufig noch weitere Zusatzstoffe, das heißt, ihnen sind unter anderem weitere Vitamine zugesetzt.

Neben den reinen Blütenpollen und Propolis ist Gelee Royal ein Bienen-Produkt mit  gesundheitsfördernder Wirkung. Diese Kombinations- Präparate sind allerdings teurer als reine Blütenpollen.

Eine regelmäßige, auf jeden Fall aber längere Einnahme von Blütenpollen wird empfohlen bei allgemeiner Leistungsschwäche, Appetitlosigkeit und Erkältungen. Die Enzyme der Präparate können bei gastrointestinalen Beschwerden hilfreich sein und fördern die Leberreinigung und die Entgiftung. Auch bei psychischen, besonders bei stressinduzierten Beschwerden, sind Blütenpollen angezeigt.

Die fertigen Produkte werden in der Regel beworben unter Angabe ihres Gehalts an ungesättigten Fettsäuren, an Eiweißbaustein, hier vor allem Arginin, Histidin, Lysin und L- Glutamin, sowie an den (Eingangs bereits erwähnten), Vitaminen aus der B-Gruppe und an dem zusätzlichen Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen. In Blütenpollen wurden bis zum jetzigen Zeitraum bereits mehr als 100 biologisch aktive Substanzen nachgewiesen.

Die empfohlene Dosierung besteht in 1 bis 2 Teelöffel täglich. Die Einnahme erfolgt entweder pur oder mit Flüssigkeit, kann aber auch Mahlzeiten untergemischt werden. Allergiker sollten mit einer geringeren Dosierung beginnen, bis die Verträglichkeit sichergestellt ist.

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Beitragsbild: 123rf.com – kerdkanno

Immer wieder erhalte ich Anfragen zu bestimmten Produkten – meist von Patienten. Diesmal geht es um Biobran, mit dem „Hauptinhaltsstoff“ Arabinoxylan. Bevor wir uns dem Biobran selbst zuwenden, sei mir aber erst einmal ein kurzer Ausflug in die Zell-Physiologie gestattet.

Also: Im Gegensatz zu tierischen Zellen besitzen Pflanzenzellen feste Zellwände, die ihnen Stabilität und Struktur geben. Zudem wirken sie als Barriere zwischen dem Zellinneren und Außen. Die Zellwand ist ein Komplex mit verschiedenen Schichten.

Ganz außen befindet sich eine dünne Schicht aus Pektinen, die den Kontakt zu anderen Zellen herstellt und Mittellamelle genannt wird. Innen bildet sich darauf aus Mikrofibrillen die elastische, dickere Primärwand, die nach innen durch weitere Schichten abgeschlossen wird.

Trotz ihrer komplexen Struktur ist die Primärwand flexibel. Einen großen Teil ihres Volumens nehmen Hemicellulosen ein. Damit bezeichnen Botaniker Polysaccharide, also Mehrfachzucker, der pflanzlichen Zellwände. Sie setzen sich meist aus Pentosen (Fünffachzucker) zusammen, die je nach Pflanzenart unterschiedlich sind. Die Vielfalt an Hemicellulosen ist in der Natur groß. Auch die Schleimstoffe von Pflanzen gehören dazu. Pentosane sind Schleimstoffe, die aus den Fünffachzuckern Arabinose und Xylose aufgebaut sind. Die Verbindung aus diesen beiden Zuckern wird auch als Arabinoxylan bezeichnet. Es gibt verschiedene Arten von Arabinoxylan, je nach Art der Bindung und Anzahl der Arabinosemoleküle. Dabei können auch unterschiedliche chemische Eigenschaften entstehen. In Arabinoxylan bindet die Pflanze verschiedene Phenolsäuren, die vermutlich als Antioxidantien und zur Verteidigung dienen.(1) 

Als Schleimstoffe binden Arabinoxylane stets reichlich Wasser und haben gute Quelleigenschaften. Roggen gehört zu den arabinoxylanreichen Pflanzen und weist bis zu 8 Prozent Arabinoxylan auf, was Roggen seine besonderen Backeigenschaften verleiht. Der Mensch verfügt über keine Enzyme, die Arabinoxylan aufspalten können. Daher wird dieses Polysaccharid unverdaut ausgeschieden und zu den Ballaststoffen gezählt. Durch den Verzehr von Getreideprodukten, Mais, Kartoffeln und Reis wird dieser Ballaststoff aufgenommen und ist damit eine von vielen Menschen alltäglich verzehrte Pflanzenfaser.

In Europa und den USA werden Arabinoxylane kaum näher beachtet oder als Naturheilmittel erforscht. Mit dem Schlagwort „Arabinoxylan“ finden sich in der Datenbank von PubMed kaum über 600 Einträge, von denen viele sich nur mit der Rolle dieser Hemicellulose in der Pflanze befassen. Außerdem wird Arabinoxylan auf seine Backeigenschaften näher untersucht und als mögliche diätetische Komponente für Lebensmittel erforscht.

In Japan dagegen ist seit circa zehn Jahren ein Medizinprodukt namens Biobran MGN-3 auf dem Markt, das auch in Deutschland in der Apotheke erhältlich ist. Inzwischen gibt es einige Nachahmerprodukte. Das Arabinoxylan wird angeblich dadurch gewonnen, indem  die Zellwände von Reis durch Enzyme aus Pilzen aufgespalten werden. Vermarktet wird das Mittel dann als „Immunmodulator“ und Nahrungsergänzung.

Die Wirkungen, die Arabinoxylan nachgesagt werden, betreffen vor allem das Immunsystem. Arabinoxylan soll die Immunreaktion von Diabetikern, HIV-Infizierten und Krebspatienten verbessern sowie die Nebenwirkungen von Chemotherapie und Bestrahlung lindern. Laut Hersteller sind keine Gegenreaktionen oder Risiken bekannt.

Tatsächlich gibt es in Studien Hinweise, dass Arabinoxylane wie beschrieben wirksam sind. Leider gibt es insgesamt nur wenige Studien. Fast alle wurden mit dem Originalprodukt Biobran MGN-3 von Daiwa Pharmaceutical, Tokyo, Japan, durchgeführt. Federführend bei den Studien ist in der Regel ein Professor namens Dr. Mamdooh Ghoneum.(2) Geboren in Ägypten hat Ghoneum in Tokyo promoviert.

Der erfindungsreiche Professor hält derzeit drei Patente an Naturheilmitteln, die die Krebstherapie durch Immunmodulation unterstützen sollen. Ein Patent davon ist das auf Biobran MGN-3. Und damit zeigt sich leider die größte Schwäche der vielversprechenden Publikationen: Sie sind nicht unabhängig. Ganz im Gegenteil verdient der verantwortliche Wissenschaftler nachweislich an der Vermarktung von Biobran MGN-3. Immerhin versucht er nicht, dies zu verschleiern, sondern führt seine Patente selbstbewusst im Lebenslauf.(3) Zudem wird er auf der Website des Herstellers zitiert.(4) 

Ghoneum forscht heute an der privaten Charles R. Drew University of Medicine and Science, Los Angeles, an Krebszellen. Die Privatuni stand von 2009 bis 2011 unter Beobachtung der Akkreditionsbehörden, weil sie bestimmte Akkreditionsstandards nicht erfüllte, und musste um ihre Zulassung bangen.(5)

Auch der Hersteller von BioBran MGN-3 hatte in den USA bereits Ärger mit dem Gesetz. Er hatte seine Arabinoxylan-Ergänzungsmittel als Mittel gegen Krebs, HIV und Diabetes beworben, auch nach offizieller Verwarnung. Daher wurde 2004 von der US-Gesundheitsbehörde die Vermarktung der Mittel untersagt und angeordnet, Kunden auf Wunsch den Kaufpreis zurückzuerstatten.(6)

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Forschung mit Beteiligung von Dr. Ghoneum

Die Forscher um Dr. Ghoneum haben Biobran in verschiedenen Studien getestet. Dabei kamen sie zu folgenden Ergebnissen:

  • Bei Mäusen kann die Gabe von Biobran die Schäden einer Bestrahlung lindern, indem es vermutlich das blutbildende Gewebe anregt.(7)
  • Ebenfalls im Mausmodell kann Biobran das Wachstum von Karzinomen hemmen.(8)
  • In älteren Mäusen kann Biobran die Aktivität von NK-Zellen (natürliche Killerzellen) stimulieren.(9)
  • Biobran kann im Zellversuch bei humanen T-Zell-Leukämiezellen den Zelltod fördern.(10)
  • Im Reagenzglas kann Biobran humane Brustkrebszellen empfindlicher gegen Chemotherapeutika machen.(11) Zudem kann Biobran in vitro den Zelltod der Brustkrebszellen beschleunigen.(12)
  • Zusammen mit Kurkuma kann Biobran Zellen vom Typ humanes multiples Myelom, einer Knochenmarkskrebsart, in vitro abtöten.(13)
  • Makrophagen können im Zellversuch ebenfalls von Biobran zu erhöhter Aktivität angeregt werden.(14) Makrophagen spielen eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Infektionen.
  • Biobran kann humane dendritische Zellen im Reagenzglas schneller reifen lassen.(15) Auch diese Zellen spielen im Immunsystem eine wichtige Rolle.
  • Im Zellversuch kann Biobran die Replikation des HI-Virus unterdrücken.(16)
  • In einer ersten klinischen Studie wurde Biobran als Ergänzung einer konventionellen Therapie bei Patienten mit Leberzellkarzinom gegen Placebo untersucht. Die Teilnehmer der Biobran-Gruppe hatten laut der Studie eine höhere Überlebens- und niedrigere Rückfallrate im Beobachtungszeitraum von drei Jahren und einen deutlichen Rückgangs des Volumens des Karzinoms.(17)

Weitere Studien

Forscher der Slovak Academy of Sciences, Bratislava, konnten in in vitro Studien bestätigen, dass Biobran die Reifung von dendritischen Zellen fördert. (18)

Zudem führten sie eine klinische Studie an Patienten mit multiplem Myelom, einer Krebserkrankung des Knochenmarks, durch. Die 48 Studienteilnehmer erhielten drei Monate lang MGN-3 oder Placebo. In der MGN-3-Gruppe konnte anschließend eine erhöhte Aktivität der NK-Zellen sowie eine erhöhte Zahl dendritischer Zellen und T-Helferzellen nachgewiesen werden.(19)

Japanische Forscher fütterten Arabinoxylan aus Maishülsen an Mäuse. Anschließend bildete das Immunsystem der Tiere mehr Interleukine und Interferone. Setzten die Forscher den gesunden Tieren anschließend Tumore ein, konnte eine erhöhte Aktivität der NK-Zellen in der Milz gemessen werden.(20)

Wissenschaftler aus China testeten Arabinoxylan aus Weizenkleie an Mäusen mit Tumoren. Sie beobachteten anschließend, dass Arabinoxylan das Tumorwachstum unterdrückte. Zudem konnte eine erhöhte Aktivität der Killerzellen und Makrophagen sowie eine erhöhte Zahl von Interleukinen-2 gezeigt werden.(21)

Laut einer in vitro Studie der Friedrich-Schiller-Universität, Jena, können Pflanzenfasern, darunter Arabinoxylan aus Weizen, die Darmflora vor genotoxischen Substanzen schützen.(22)

Japanische Wissenschaftler hatten bei Ratten eine akute Hepatitis oder eine Leberverletzung induziert und anschließend MGN-3 verabreicht. Dabei konnte Arabinoxylan die Immunreaktion der Leberzellen stimulieren und die Leber vor Schäden schützen.(23; 24)

Arabinoxylan und Diabetes

Nur wenig ist bisher über Arabinoxylan und seine Wirkung auf den Glukose- und Insulinstoffwechsel bekannt. Australische Forscher zeigten, dass arabinoxylanreiche Pflanzenfasern bei gesunden Menschen den Blutzuckerspiegel senken können. Teilgenommen hatten 14 Personen, die täglich 0 g, 6 g oder 12 g Arabinoxylan in ihrem Frühstückbrot erhielten.(25)

Die Wissenschaftler testeten anschließend Arabinoxylan bei 15 Diabetikern (Typ II), die fünf Wochen lang täglich entweder normale oder mit 15 g Arabinoxylan angereicherte Backwaren erhielten. Die Teilnehmer der Arabinoxylan-Gruppe hatten nach fünf Wochen ein höheres Stuhlvolumen sowie niedrigere Glukose- und Insulinlevel.(26)

Bereits im Mausmodell mit übergewichtigen Tieren konnten Wissenschaftler zeigen, dass Oligosaccharide aus Arabinoxylan prebiotisch wirken können. Die Oligosaccharide sorgten bei den Versuchstieren für eine bessere Darmflora und reduzierten die gebildeten Endotoxine.(27)

Bei Menschen mit gestörter Glukoseverwertung verbessert Arabinoxylan die Reaktion auf Glukose. Zu dem Ergebnis kommen Experten des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung, Potsdam-Rehbrücke. Allerdings handelt es sich auch hier um eine vorläufige Studie mit nur 11 übergewichtigen Teilnehmern, die entweder täglich 15 Gramm Arabinoxylan oder Placebo über den Zeitraum von 6 Wochen erhielten.(28)

Andere Anwendungen, bei denen traditionell Arabinoxylan angewendet wird, umfassen zahlreiche Erkrankungen von Asthma über Geschwüre bis zu Bluthochdruck. Zu den meisten Anwendungsgebieten gibt es keine Studien. Forscher der Uni Southhampton untersuchten Biobran acht Wochen lang gegen Placebo bei Patienten mit chronischer Erschöpfung und konnten keinen Unterschied zum Placebo feststellen.(29)

Derzeit gibt es noch keine befriedigende Datenlage zur Wirkung von Arabinoxylan bei Gesunden oder Kranken. Insbesondere fehlt es noch an belastbaren, klinischen Daten. Wer von einer der Krankheiten betroffen ist, bei denen Arabinoxylan lindernd wirken soll, und Arabinoxylan ausprobieren möchte, sollte zum Original „Biobran MGN-3“ aus Japan greifen, denn Nachahmerpräparate sind im Moment noch gar nicht erforscht und enthalten oft Arabinoxylan aus anderen Pflanzen, z.B. Mais. Zudem sollte man die Mittel nicht als Selbstmedikation oder Therapieersatz einnehmen und die Einnahme immer mit dem behandelnden Therapeuten absprechen. Wechselwirkungen mit blutzuckersenkenden Medikamenten und Chemotherapeutika sind wahrscheinlich. Zu beachten ist außerdem, dass bislang keine von der Werbung versprochene Wirkung bewiesen ist. Auch ist unklar, ob Arabinoxylan als Nahrungsergänzung tatsächlich sicher ist. Bis jetzt berichtet jedoch keine der wenigen klinischen Studien von Gegenreaktionen. Von der Anwendung ganz abzuraten ist Schwangeren, Stillenden und allen Heranwachsenden, da es für diese Personengruppen noch gar keine Daten gibt.

In Deutschland gibt es Therapeuten, die Arabinoxylan bereits bei ihren Patienten als Ergänzung anwenden. Krebspatienten, deren behandelnder Arzt Arabinoxylan nicht anwendet, können dort professionellen Rat einholen. In der Regel geschieht die Anwendung in Kombination mit der herkömmlichen Krebstherapie. So verwendet Professor Handgertinger, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik Tübingen und Kinderonkologe, Arabinoxylanpräparate als Ergänzung.(30)

Auch der Onkologe Dr. Ben Pfeifer verfolgt komplementäre Ansätze in der Therapie und berichtet von Erfolgen beim Einsatz von Arabinoxylan. Er empfiehlt Biobran bei allen Leiden, die das Immunsystem betreffen. Als Dosierung rät er bei Gesunden oder Menschen mit Erkältung zu 500 mg täglich bis hin zu 3 g täglich für Krebspatienten.(31)

Dr. Pfeifer betreibt eine Klinik in der Schweiz und bietet Patienten, die nicht anreisen können, die Möglichkeit einer telefonischen Beratung.(32)

Patienten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz können kostenfrei unter 0800-9090450 anrufen.

Gesunde Menschen, die Arabinoxylan aufnehmen möchten, können auch einfach mehr (Vollkorn-)Reis, Mais, Roggen, Weizenkleie oder andere Getreideprodukte verzehren.

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Quelle:

  1. Rao & Muralikrishna. Water soluble feruloyl arabinoxylans from rice and ragi: changes upon malting and their consequence on antioxidant activity. Phytochemistry. 2006 Jan;67(1):91-9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16289622
  2. Dr. Mamdooh Ghoneum. https://donate.cdrewu.edu/cancer/About_Ghoneum.asp
  3. CV Dr. Ghoneum. Abgerufen am 16.10.2013. https://donate.cdrewu.edu/cancer/doc/CVdrew.doc
  4. https://www.biobran.org/
  5. Charles R. Drew University removed from academic probation. 13. Juli 2011. https://latimesblogs.latimes.com/lanow/2011/07/charles-r-drew-university-removed-from-academic-probation.html
  6. Company Ordered to Halt Sales of Unapproved Drugs, Reimburse Buyers. https://permanent.access.gpo.gov/lps1609/www.fda.gov/fdac/departs/2004/504_upd.html#sales
  7. Ghoneum et al. Arabinoxylan rice bran (MGN-3/Biobran) provides protection against whole-body γ-irradiation in mice via restoration of hematopoietic tissues. J Radiat Res. 2013 May;54(3):419-29. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23287771
  8. Noaman et al. Antioxidant potential by arabinoxylan rice bran, MGN-3/biobran, represents a mechanism for its oncostatic effect against murine solid Ehrlich carcinoma. Cancer Lett. 2008 Sep 18;268(2):348-59. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18554778
  9. Ghoneum & Abedi. Enhancement of natural killer cell activity of aged mice by modified arabinoxylan rice bran (MGN-3/Biobran). J Pharm Pharmacol. 2004 Dec;56(12):1581-8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15563765
  10. Ghoneum & Gollapudi. Modified arabinoxylan rice bran (MGN-3/Biobran) sensitizes human T cell leukemia cells to death receptor (CD95)-induced apoptosis. Cancer Lett. 2003 Nov 10;201(1):41-9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14580685
  11. Gollapudi & Ghoneum. MGN-3/Biobran, modified arabinoxylan from rice bran, sensitizes human breast cancer cells to chemotherapeutic agent, daunorubicin. Cancer Detect Prev. 2008;32(1):1-6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18406070
  12. Ghoneum & Gollapudi. Modified arabinoxylan rice bran (MGN-3/Biobran) enhances yeast-induced apoptosis in human breast cancer cells in vitro. Anticancer Res. 2005 Mar-Apr;25(2A):859-70. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15868920
  13. Ghoneum & Gollapudi. Synergistic apoptotic effect of arabinoxylan rice bran (MGN-3/Biobran) and curcumin (turmeric) on human multiple myeloma cell line U266 in vitro. Neoplasma. 2011;58(2):118-23. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21275460
  14. Ghoneum & Matsuura. Augmentation of macrophage phagocytosis by modified arabinoxylan rice bran (MGN-3/biobran). Int J Immunopathol Pharmacol. 2004 Sep-Dec;17(3):283-92. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15461862
  15. Ghoneum & Agrawal. Activation of human monocyte-derived dendritic cells in vitro by the biological response modifier arabinoxylan rice bran (MGN-3/Biobran). Int J Immunopathol Pharmacol. 2011 Oct-Dec;24(4):941-8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22230400
  16. Ghoneum M. Anti-HIV activity in vitro of MGN-3, an activated arabinoxylane from rice bran. Biochem Biophys Res Commun. 1998 Feb 4;243(1):25-9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9473473
  17. Bang et al. Arabinoxylan rice bran (MGN-3) enhances the effects of interventional therapies for the treatment of hepatocellular carcinoma: a three-year randomized clinical trial. Anticancer Res. 2010 Dec;30(12):5145-51. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21187503
  18. Cholujova et al. BioBran-augmented maturation of human monocyte-derived dendritic cells. Neoplasma. 2009;56(2):89-95. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19239320
  19. Cholujova et al. MGN-3 arabinoxylan rice bran modulates innate immunity in multiple myeloma patients. Cancer Immunol Immunother. 2013 Mar;62(3):437-45. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22941038
  20. Ogawa et al. Immunological effects of partially hydrolyzed arabinoxylan from corn husk in mice. Biosci Biotechnol Biochem. 2005 Jan;69(1):19-25. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15665462
  21. Cao et al. Antitumor and immunomodulatory activity of arabinoxylans: a major constituent of wheat bran. Int J Biol Macromol. 2011 Jan 1;48(1):160-4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21087621
  22. Glei et al. Both wheat (Triticum aestivum) bran arabinoxylans and gut flora-mediated fermentation products protect human colon cells from genotoxic activities of 4-hydroxynonenal and hydrogen peroxide. J Agric Food Chem. 2006 Mar 22;54(6):2088-95. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16536580
  23. Zheng et al. Protective effect of low molecular fraction of MGN-3, a modified arabinoxylan from rice bran, on acute liver injury by inhibition of NF-κB and JNK/MAPK expression. Int Immunopharmacol. 2012 Dec;14(4):764-9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23116638 ;
  24. Zheng et al.  Suppressive effect of modified arabinoxylan from rice bran (MGN-3) on D-galactosamine-induced IL-18 expression and hepatitis in rats. Biosci Biotechnol Biochem. 2012;76(5):942-6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22738964
  25. Lu et al. Arabinoxylan fiber, a byproduct of wheat flour processing, reduces the postprandial glucose response in normoglycemic subjects. Am J Clin Nutr. 2000 May;71(5):1123-8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10799374
  26. Lu et al. Arabinoxylan fibre improves metabolic control in people with Type II diabetes. Eur J Clin Nutr. 2004 Apr;58(4):621-8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15042130
  27. Neyrinck et al. Wheat-derived arabinoxylan oligosaccharides with prebiotic effect increase satietogenic gut peptides and reduce metabolic endotoxemia in diet-induced obese mice. Nutr Diabetes. 2012 Jan 23;2:e28. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23154683
  28. Garcia et al. Arabinoxylan consumption decreases postprandial serum glucose, serum insulin and plasma total ghrelin response in subjects with impaired glucose tolerance. Eur J Clin Nutr. 2007 Mar;61(3):334-41. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16988651
  29. McDermott et al. A placebo-controlled, double-blind, randomized controlled trial of a natural killer cell stimulant (BioBran MGN-3) in chronic fatigue syndrome. QJM. 2006 Jul;99(7):461-8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16809351
  30. https://www.tapferer-ritter-julian.de/arabinoxylan-biobran-mgn-3/
  31. How much Biobran MGN-3 should I take?  https://www.clearfeed.com/pfeifer/biobran.html
  32. Kontakdaten auf https://www.clearfeed.com/pfeifer/contact.html

Beitragsbild: 123rf.com – Alexander Raths

Viel Geld wird ständig in die Entwicklung neuester Schönheitsprodukte und Nahrungsergänzungsmittel gesteckt – dabei ist Altbewährtes oft immer noch am besten.

Dies trifft auch auf die Bierhefe zu, ein Produkt, wie der Name schon verrät, welches in der Kunst des Bierbrauens eingesetzt wird, aber auch als Supplement in Form von Bierhefe-Tabletten sehr interessant ist.

Bierhefe (Saccharomyces cerevisiae) enthält eine Fülle an essentieller Aminosäuren, welche wichtig für die Funktionen des Körpers sind. Aminosäuren sind letztenendes nichts anderes als die Bestandteile der Proteine, der Baustoff für unsere Zellen.

Doch das ist bei weitem noch nicht alles, denn dieses „Anti-Aging-Supplement“ enthält darüber hinaus auch noch die Vitamine E, H, B1, B2, B3, B5, B6, B9 und B12. Neben der Vielzahl an Vitaminen sind auch viele Mineralien und Spurenelemente wie etwa Zink, Natrium, Kalium, Magnesium, Phosphor, Schwefel und Kupfer enthalten, welche alle in einem gesunden Körper benötigt werden.

Natürlich finden sich all diese Elemente auch in anderen gesunden Lebensmitteln, jedoch lässt Stress und sonstige Probleme nicht immer eine absolut perfekte Ernährung zu, welche alle Vitamine und Spurenelemente umfasst.

In solchen Situationen bietet sich Bierhefe in Form von Bierhefetabletten an. Aber auch für Sportler ist Bierhefe sehr interessant, denn auch bei bereits guter Ernährung benötigt ein Sportler zumeist mehr Vitamine und Mineralien als ein Nicht-Sportler, sodass Bierhefe eine gute und natürliche Nahrungsergänzung sein kann, die der Sportler haben kann, welche auch schnell und unkompliziert in Form von Bierhefetabletten eingenommen werden kann.

Schon im 16. Jahrhundert wurde Bierhefe als Anti-Aging-Produkt gefeiert und heute erfährt es eine kleine Renaissance, denn es hilft sehr gut bei Problemen mit der Haut, den Nägeln und den Haaren.

Letztenendes scheint Bierhefe auch noch den Stoffwechsel positiv zu beeinflussen, weshalb Bierhefetabletten auch zum Abnehmen im Rahmen einer Diät eingesetzt werden.

Bierhefe steht also in dem Ruf, eine Reihe von gesundheitlichen Vorteilen aufzuweisen. In der Wissenschaft wird die Hefe aber eigenartigerweise auf ganz andere Art und Weise genutzt. Hier ist die Hefe von Interesse als Modellorganismus für biologisch-genetische Untersuchungen und für die Bestimmung von Gensequenzen der Hefezelle. Untersuchungen bezüglich der gesundheitsfördernden Qualitäten der Bierhefe muss man mit der Lupe suchen. Aber wer sucht, der findet…

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Studien und Untersuchungen

Im Jahr 2005 wurde eine Studie veröffentlicht, die den Einfluss eines sehr nahen Verwandten der Bierhefe auf Durchfälle bei Kindern untersuchte. Saccharomyces boulardii und Saccharomyces cerevisiae werden in der Literatur durchgängig als praktisch identische Hefesorten diskutiert, so dass die durch die Studien gewonnenen Ergebnisse auf die Bierhefe übertragen werden können.

1. “Effects of Saccharomyces boulardii in children with acute diarrhoea.” Kurugöl Z, Koturoglu G. Department of Paediatrics, Faculty of Medicine, Ege University, Izmir, Turkey.

Die Idee der Studie war, dass Probiotika, wie Lactobacillus rhamnosus GG, einen bedeutenden klinischen Effekt bei der Behandlung von Durchfall bei Kindern gezeigt haben. Aber dagegen gab es praktisch kaum Untersuchungen, die den Effekt von Bierhefe auf Durchfälle untersucht hätte.

So wurden 200 Kinder per Zufallsauswahl in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhielt S. boulardii (Bierhefe) in granulierter Form, 250 mg pro Tag. Die andere Gruppe erhielt ein Plazebo. Die Behandlung dauerte insgesamt 5 Tage. Es wurde darauf geachtet, dass die klinischen und demographischen Eigenschaften bei beiden Gruppen vergleichbar waren.

Als Resultat konnte nach 5 Tagen festgehalten werden, dass die durchschnittliche Stuhlfrequenz schon nach dem zweiten Tag der Behandlung deutlich niedriger in der Bierhefe-Gruppe war als in der Plazebo-Gruppe. Die Dauer der Durchfälle war in der Verum-Gruppe signifikant verkürzt. Der Effekt auf wässrigen Durchfall wurde ebenfalls nach dem zweiten Behandlungstag deutlich. Der Krankenhausaufenthalt war in der Bierhefe-Gruppe ebenfalls deutlich kürzer als in der Plazebo-Gruppe. Vier Kinder der Plazebo-Gruppe zeigten keine Verbesserung des Krankheitsbildes. In der Verum-Gruppe war es nur ein Kind.

Die Autoren schlossen aus ihren Beobachtungen, dass Bierhefe ein sehr gutes Behandlungskonzept bei akuten Durchfällen bei Kindern darstellt.

Eine retrospektive Literaturstudie aus dem Jahr 2007 untersuchte Daten aus vorangegangenen Studien zur Frage, inwieweit eine durch Antibiotika ausgelöste Diarrhöe bei Kindern per Probiotika-Gabe beeinflusst werden kann. Leider kam die Studie nicht zu sehr zwingenden Ergebnissen, teilweise auch bedingt durch ihren retrospektiven Charakter. Ein weiterer begrenzender Effekt war, dass nur 10 Studien gefunden wurden, die die Probiotika als Behandlungskonzept bei antibiotikabedingten Durchfällen bei Kindern einsetzten und untersuchten. Allerdings zeichnete sich ein Bild ab, das den Probiotika, inklusive Bierhefe, einen günstigen Einfluss bei der Behandlung von solchen Durchfällen bescheinigte.

Was bislang fast ausschließlich für Kinder gezeigt werden konnte, fasste eine retrospektive Studie (Meta-Analyse) 2008 für Erwachsene zusammen. Auch hier zeigten die für die Kinder so vorteilhaften Probiotika den gleichen positiven Effekt bei einer antibiotikainduzierten Diarrhöe bei Erwachsenen. Die Autoren bemerkten dazu, dass das Phänomen des Antibiotika-Durchfalls mit 25 % in Krankenhäusern kein seltenes Phänomen ist. Hier helfen dann Probiotika, die die Darmflora restaurieren helfen und andere Darmparameter günstig beeinflussen. Aber auch hier konnten nur 5 Studien gefunden werden, die sich dieses Themas annahmen bzw. die diese Beobachtung als “Nebenprodukt” zeigten.

Eine kleine Studie, die den Effekt zu erklären versuchte, wurde 2006 veröffentlicht.

2. “Influence of oral intake of Saccharomyces boulardii on Escherichia coli in enteric flora.” Akil et al. Department of Pediatric Nephrology, Celal Bayar University, Manisa, Turkey.

Wenn man davon ausgeht, dass die bakterielle Besiedlung des Darms 95 Prozent der Gesamtmenge der Körperzellen des menschlichen Organismus ausmacht, dann kann man sich leicht ausmalen, wie wichtig diese 95 Prozent für unseren Organismus sind. Diese 95 Prozent nämlich werden beeinflusst durch Ernährung und Veränderungen in der Nahrung. Die meisten Harnwegsinfekte werden nach schulmedizinischer Lehrmeinung bedingt bzw. verursacht durch aufsteigende Infektionen aus dem Darmbereich. Mit der offensichtlichen Bedeutung der Darmflora für unseren Organismus wollte diese Studie herausfinden, welchen Einfluss eine orale Bierhefe-Gabe auf die Anzahl an Escherichia coli (E. coli) ausübte. E. coli ist bekannt dafür, dass eine zu hohe Dichte Durchfälle und andere gastrointestinale Beschwerden auslöst.

Die Studie wurde mit 14 Jungen und 10 Mädchen im Alter von 36 bis 192 Monaten (Durchschnitt 104 Monate) durchgeführt. Eingesetzt wurde eine kommerziell erhältliche Kapsel, die 5 Milliarden kolonieformierende Einheiten S. boulardii (Bierhefe) enthielt. Diese Kapsel wurde einmal täglich gegeben für die Dauer von 5 Tagen. Die Zahl an E. coli und Hefekolonien wurde im Stuhl der Probanden vor und nach der Kapsel-Gabe gemessen. Vor der Behandlung betrugen die E. coli Kolonien 384.625. Nach der Behandlung sank dieser Wert deutlich ab auf 6.283. S. boulardii wurde vor der Behandlung nicht im Stuhl entdeckt. Nach der Behandlung wurden 11.047 Kolonien gemessen. Diese Beobachtungen lassen den Schluss zu, dass der durchfallbremsende Effekt auf eine Verminderung von zu hohen E. coli Kolonien zurückzuführen ist. Es bleibt aber noch zu erörtern, ob Bierhefe nicht vielleicht auch in der Lage ist, andere unvorteilhafte Mikroorganismen im Darm zu reduzieren.

2010 zeigte eine Studie an Mäusen, dass Bierhefe noch mehr zu können scheint:

3. “Saccharomyces cerevisiae strain UFMG 905 protects against bacterial translocation, preserves gut barrier integrity and stimulates the immune system in a murine intestinal obstruction model.” Generoso et al. Departamento De Análises Clínicas e Toxicológicas, Faculdade de Farmácia, Universidade Federal de Minas Gerais, Belo Horizonte, Brazil.

Diese Untersuchung an Mäusen offenbarte, dass abgetötete und lebende Bierhefezellen in der Lage waren, die Aufnahme von schädlichen Bakterien, speziell E. coli, durch die Darmwand zu verhindern. Die Behandlung mit Bierhefe, tot oder lebendig, stabilisierte die Darmbarriere und verhinderte somit die Aufnahme von unerwünschten Organismen. Eine Erhöhung von Interleukin-10 fand bei beiden Formen statt, aber nur die Lebendform erzeugte auch eine Erhöhung von IgA-Antikörpern. Diese Ergebnisse zeigen, dass Bierhefe neben seiner darmstabilisierenden Wirkung auch das Immunsystem positiv beeinflusst.

2003 untersuchte ein Team die Frage, was passiert, wenn man Bierhefe frühgeborenen Babies verabreicht:

4. “Enteral feeding of premature infants with Saccharomyces boulardii.” Costalos et al. Department of Neonatal Medicine, Alexandra Hospital Athens, Greece.

Die Idee war, dass Bierhefe (Saccharomyces boulardii) probiotisch wirkt und Polyamine produziert. Probiotika verhindern ein ausuferndes Wachstum von schädlichen Mikroorganismen im Magen-Darm-Trakt. Polyamine fördern die Darmentwicklung. So war das Ziel der Studie, zu erfahren, ob Bierhefe die Darmfunktion verbessert und Mikroorganismen im Darm kontrollieren kann.

Es wurden 87 gesunde Babies in die Studie aufgenommen, die in einem Gestationsalter von 28 bis 32 Wochen waren. Sie wurden zufallsbedingt aufgeteilt, um eine Standardformulierung für Frühgeborene zu bekommen, die entweder mit Bierhefe oder Maltodextrin angereichert wurde. Dieser Zusatz wurde für die Dauer von 30 Tagen gegeben. Beobachtungskriterien waren Verträglichkeit der Bierhefe und Gewichtszunahme, Stuhlprobenanalyse, D-Xylose Resorption im Darm und Fettausscheidungen im Stuhl.

Als Resultat zeigte sich, dass Bierhefe von diesen Babies gut toleriert wurde. Es gab keinen Unterschied im Gewichtszuwachs zwischen beiden Gruppen. Der E. coli- und Enterokokken-Gehalt der Stuhlproben war in der Bierhefe-Gruppe deutlich niedriger als in der Maltodextrin-Gruppe. Auf der anderen Seite war der Gehalt an Bifidobakterien und Staphylokokken in der Bierhefe-Gruppe deutlich höher. D-Xylose- und Fett-Resorption waren in beiden Gruppen gleich. Als Resultat hielten die Forscher fest, dass Bierhefe von diesen Babies gut toleriert wurde und die Darmflora insofern positiv von der Bierhefe beeinflusst wurde, als diese der Darmflora von gestillten Babies gleich.

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Beitragsbild: 123rf.com – PAPAN SAENKUTRUEANG

Avemar ist ein Weizenkeimextrakt, der durch Fermentation mit Backhefe einen biologisch aktiven Stoff konzentriert, ein Benzochinon. Benzochinone sind erst einmal keine ungefährlichen Substanzen, besonders das p-Benzochinon. Diese Substanz schädigt Blutbestandteile und provoziert Leukämie. Außerdem reagiert die Substanz leicht mit Proteinen und DNA, was Teil seiner toxischen Wirksamkeit ausmacht. Es gibt einige Tierarten, die in der Lage sind, selbst p-Benzochinon herzustellen und dadurch Fressfeinde zu vertreiben.

Ein Isomer der Benzochinone ist das o-Benzochinon, bei dem im Vergleich zur p-Konfiguration das Sauerstoffatom an einer anderen Stelle am Benzolring (1,2 statt 1,4) angebracht ist. Dieses Benzochinon ist zudem eine Vorläufersubstanz von Melanin.

Was ist Avemar?

Es handelt sich hier um ein patentiertes Nahrungsergänzungsmittel, das speziell bei Krebspatienten zum Einsatz kommen soll, um die Diät zu ergänzen und die chemotherapeutische Behandlung zu unterstützen und daraus resultierende Nebenwirkungen zu lindern.

Es ist seit Anfang der 2000er Jahre auf dem Markt. Auf der Suche nach dem Benzochinon, das in Avemar enthalten ist, bin ich auf einen merkwürdigen Inhaltsstoff gestoßen, den die Hersteller von Avemar als „Avemar pulvis“ bezeichnen. „Avemar pulvis“ scheint eine willkürliche Namensgebung zu sein, denn auf der Suche nach der Substanz bin ich nicht fündig geworden, bis auf eine Ausnahme: Safety studies regarding a standardized extract of fermented wheat germ. Aber vielleicht kann mich dazu mal jemand aufklären…

In dieser Publikation wird der Wirkstoff ebenfalls in Anführungszeichen genannt, was darauf hindeutet, dass es sich nicht um einen wirklich wissenschaftlichen Namen mit taxonomischer Bedeutung handelt. Vielmehr scheint es sich hier um ein Benzochinon-Derivat zu handeln, dem 1,6-Dimethoxy-p-Benzochinon, einem Derivat des problematischen p-Benzochinons. Die Arbeit weist jedoch die Substanz als unbedenklich und sicher aus. Sie zitiert toxikologische Untersuchungen, die dies belegt haben. Auch klinische Studien mit Krebspatienten, die mehr als 8 Gramm pro Tag erhielten, zeigten keine Anzeichen von toxischen Verläufen. Vielmehr sahen die Autoren unter dem Einsatz von Avemar eine Verminderung der Nebenwirkungen der Chemotherapie.

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Ohne Spuk und Trug

Remedies and quackeries. Wenn man sich Wikipedia anschaut und nach dem Produkt sucht, dann wird man auf eine Seite stoßen, die die Überschrift „fermented wheat germ extract“ trägt (fermentierter Weizenkeimextrakt). Neben einer kurzen Beschreibung, worum es hier geht, kommt der unvermeidbare Kommentar, dass es sich bei Avemar um eine „fragwürdige, nicht bewiesene Behandlung“ handelt. Soweit die Einschätzung im Jahr 2016.

Der eben zitierte Link führt zu einer Arbeit in PubMed aus dem Jahr 1999, die eine sehr ähnliche Einschätzung zu berichten weiß. Der ungarische Autor bezeichnet Avemar als klinisch nicht bewiesen wirksam, und warum man ein semi-natürliches Produkt teuer bezahlen muss, wenn es als bekannte und synthetisch hergestellte Variante viel billiger zu haben ist. Leider gibt es weder in Wikipedia, noch in der ungarischen Arbeit auch nur ein Argument, das die Unwirksamkeit oder Unverträglichkeit von Avemar oder seiner primären Wirksubstanz belegen kann.

Im Gegensatz dazu berichtet der Hersteller von 100ten von wissenschaftlichen Arbeiten, 33 davon in PubMed veröffentlicht, die gezeigt haben, dass Avemar einzigartig ist.

Nachdem wir die beiden Extreme in den Aussagen so nett nebeneinander haben stellen können, ist es an der Zeit, sich einmal ein etwas differenzierteres Bild von der Sache zu machen.

Aussagekräftige Arbeiten in PubMed konnte ich nicht sehr viele finden. Dafür sind diese aber alles andere als uninteressant.

Effect of simultaneous administration of Avemar and cytostatic drugs on viability of cell cultures, growth of experimental tumors, and survival tumor-bearing mice.

Diese Arbeit ist eine reine Laborstudie mit Zellkulturen und Labormäusen. Die Ergebnisse zeigen, das Avemar keine störenden Einflüsse auf häufig eingesetzte Chemotherapeutika hat. Aber die Kombination von Avemar mit Chemotherapeutika zeigte auch keine erhöhte zytotoxische Wirkung der Chemotherapeutika (was man zum Beispiel bei einigen Heilpilzen hat sehen können). Avemar wird in dieser Arbeit als nicht zytotoxisch beschrieben, was einen Einsatz als Monotherapie bei Krebserkrankungen unmöglich macht.

Die Autoren schlossen aus ihren Beobachtungen, dass Avemar zusammen mit Chemotherapeutika zum Einsatz kommen kann, ohne dass der Therapeut befürchten muss, dass es zu einer Erhöhung der Toxizität kommt oder die Aktivität des Chemotherapeutikums ausgebremst wird.

Characterizing the efficacy of fermented wheat germ extract against ovarian cancer and defining the genomic basis of its activity. – Eine weitere Laborarbeit, bei der Zellkulturen von Epithelzellen aus dem Uterus in einem fortgeschrittenen Krebsstadium untersucht wurden. Die Autoren sahen signifikante Hemmeffekte bei der Zellteilung von 12 verschiedenen Zellarten und eine verbesserte Apoptose unter Cisplatin, einem Chemotherapeutikum.

Eine Untersuchung der genetischen Aktivität zeigte 2142 Gene, die 27 biologische Prozesse aktivieren, die die Ansprechbarkeit auf den Wirkstoff in Avemar erhöhen. Weiter analysierten die Autoren die Genome für weitere 59 vom Menschen stammende Krebszellkulturen auf ihre Empfindlichkeit auf das in Avemar enthaltene Benzochinon. Sie sahen 13 Prozesse, die auf den Extrakt und das isolierte Benzochinon ansprachen.

Die Autoren schlossen aus ihren Beobachtungen, dass der Extrakt krebsverhindernde Eigenschaften besitzt und die Wirksamkeit von Chemotherapeutika positiv beeinflussen kann.

Mein Fazit: Diese Arbeit steht mit einigen Aussagen im diametralen Gegensatz zu der zuvor diskutierten Arbeit.

Adjuvant fermented wheat germ extract (Avemar) nutraceutical improves survival of high-risk skin melanoma patients: a randomized, pilot, phase II clinical study with a 7-year follow-up.

Diese Arbeit untersucht in einer Pilotstudie den Einfluss von Avemar auf Hautkrebs. Das Abstract in PubMed gibt keine detaillierten Angaben zum Design der Studie an. Ein Newsletter des Herstellers gibt nähere Informationen zu der Studie, so zum Beispiel dass sie bei 52 Patienten mit Stage 3 Melanom durchgeführt worden war. Die Patienten waren mit Chemotherapie oder mit Chemo plus Avemar behandelt worden.

Nach einem 7-jährigen Follow-up ergab sich eine Überlebensrate ohne Progression der Erkrankung von fast 56 Prozent für die Gruppe, die zusätzlich mit Avemar behandelt worden war. Die Chemotherapie-Gruppe hatte nur eine Wert von knapp 30 Prozent. Die generelle Überlebensrate lag in der Avemar-Gruppe bei 66 Prozent und in der Chemotherapie-Gruppe bei knapp 45 Prozent.

Daher geben die Autoren die Empfehlung aus, Avemar bei der Behandlung solcher Patienten zum Einsatz kommen zu lassen.

Ein paar weitere Arbeiten sind im Wesentlichen wieder Laborarbeiten, die die krebsverhindernden und anti-proliferativen Effekte des Extrakts oder von Benzochinon an verschiedenen Krebszellkulturen untersuchen und zu positiven Ergebnissen kommen. Der Newsletter erwähnt mit wenigen Sätzen weitere klinische Studien an Patienten mit Dickdarm-, Lungen-, Brustkrebs und Krebserkrankungen an Kopf und Nacken. Die Aussagen lauten, dass Avemar bei allen Studien die Lebensqualität der Patienten der Verumgruppe verbesserte und die Fortentwicklung der Erkrankung bremsen konnte.

Fazit

Avemar ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein interessantes Produkt. Allerdings muss ich erwähnen, dass ich die meisten der hier angepriesenen Wirkungen und Vorteile bei Krebs und anderen Erkrankungen auch von einigen Heilpflanzen und von Heilpilzen her kenne.

Ein weiterer störender beziehungsweise irritierender Punkt ist die Einengung der meisten Aussagen über die Wirksamkeit des Produkts auf eine einzige Wirksubstanz, das Benzochinon. Solche Ansätze sind eher typisch für die segmentiell orientierte Schulmedizin, die mit Monosubstanzen ein ganzes biologisches System aus den Angeln zu heben versucht.

Es gibt eine Laborarbeit in PubMed, bei der die Autoren mehr Wirkstoffe als nur das Benzochinon für die positiven Ergebnisse vermuten. Auch im Newsletter gibt es eine mehr als Randnotiz ausgelegte Bemerkung, dass wohl mehr als nur die Benzochinone für die positiven Effekte verantwortlich sein können, da das Produkt als pflanzlicher Extrakt wohl noch tausende an bekannten und unbekannten Molekülen in sich birgt.

Fazit vom Fazit: Avemar ist viel interessanter als die Schulmedizin erlaubt. Ob es aber einen signifikanten Vorteil zu lange bekannten Heilpflanzen und Heilpilzen gibt würde mich in der Praxis sehr interessieren.

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Beitragsbild: 123rf.com – PAPAN SAENKUTRUEANG