Fasten und sportliche Leistungsfähigkeit / Training

Zur Frage Sport bei Fasten, hatte ich bereits hier geschrieben: Sport während des Fastens? In dem Beitrag gehe ich vor allem der (praktischen) Frage nach ob man Sport während des Fastens nachgehen kann / soll, wie sich diese auswirkt und was ich für sinnvoll halte.

Aber: die Frage, wie Fasten die sportliche Leistungsfähigkeit beeinflusst, hat auch die Wissenschaft erfasst. Eine aktuelle Studie, die ich kürzlich analysiert habe, beleuchtet dieses Thema und gibt Einblicke in die komplexen Wechselwirkungen zwischen dem Fasten und der Leistungsfähigkeit.

Die Studie mit dem Titel Effects of fasting on metabolism and performance liefert wertvolle Erkenntnisse darüber, wie Fasten auf verschiedenen Ebenen die sportliche Leistungsfähigkeit beeinflusst – sei es bei hochintensiven Übungen, Ausdauerbelastungen oder der kognitiven Funktion.

Schauen wir genauer:

Hochintensive Übungen: Eine Herausforderung für die Glykogenspeicher

Die Studie zeigt, dass die Leistung bei hochintensiven Belastungen stark vom Zustand der Glykogenspeicher abhängt. Fasten führt naturgemäß dazu, dass diese Speicher geleert werden. Während dies bei kurzen, explosiven Übungen wie einem 100-Meter-Sprint kaum Auswirkungen hat, stellt längeres Fasten (z. B. 24 Stunden) eine spürbare Hürde dar. Bei Radfahrern, die nach einem Fastentag getestet wurden, verringerte sich die Zeit bis zur Erschöpfung bei Übungen von 10 bis 15 Minuten signifikant. Der Grund dafür? Die eingeschränkte Verfügbarkeit von Kohlenhydraten als Brennstoffquelle.

Dennoch bleibt festzuhalten: Bei kurzen, hochintensiven Übungen, die nur Sekunden dauern, scheint Fasten kaum eine Rolle zu spielen. Die Muskelglykogenspeicher reichen für solche Belastungen aus – ein Detail, das Athleten mit kurzen Belastungsspitzen zu ihrem Vorteil nutzen können.

Aber das gilt nach meiner Erkenntnis nur für ein oder zwei Übungen. Sobald man ein vollständiges Training für alle Körperteile machen möchte (wie in einem Fitnessstudio üblich) merkt man sehr rasch die Grenzen!

Ausdauer: Ein Spiel mit der Fettmobilisierung

Die Auswirkungen des Fastens auf die Ausdauerleistung sind komplex. Die Studie beschreibt eine faszinierende Beobachtung: Fasten kann bei längeren Belastungen von geringer bis mittlerer Intensität sogar Vorteile bieten. Und genau das ist auch meine Erfahrung. Der Körper passt sich an, indem er vermehrt Fett als Energiequelle nutzt – ein Prozess, der als „metabolische Flexibilität“ bezeichnet wird. Doch diese Anpassung benötigt Zeit und ist stark vom Trainingszustand des Sportlers abhängig. Auch vom Trainings des Fastenstoffwechsels, den ich ja hier beschrieben habe: Der Fastenstoffwechsel: Körperliche und seelische Umstimmung durch Fasten

Interessant ist, dass Läufer während des Ramadan-Fastens auf kurzen Strecken wie dem 100-Meter-Lauf schlechter abschnitten, während ihre Leistung bei einem 5000-Meter-Lauf unverändert blieb. Ein weiteres Beispiel: Radfahrer, die 24 Stunden fasteten, zeigten in einem zweistündigen Belastungstest keine Beeinträchtigung ihrer Leistung. Es zeigt sich also, dass Fasten durchaus positive Effekte auf die Fettmobilisierung und Ausdauer haben kann, wenn die Belastung entsprechend angepasst ist.

Kognition und Entscheidungsfähigkeit: Die mentale Komponente

Ein oft übersehener Aspekt des Fastens ist sein Einfluss auf die kognitive Funktion. Die Studie beschreibt, dass Fasten sowohl negative als auch positive Auswirkungen auf die mentale Leistungsfähigkeit haben kann. Einige Athleten berichten von gesteigerter Klarheit und Fokus, während andere über Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten klagen. Hier scheint die individuelle Anpassung eine Schlüsselrolle zu spielen – genau das ist es auch, was ich in der Praxis beobachte. Für Sportarten, die schnelle Entscheidungen und präzise Reaktionen erfordern, ist dieser Faktor nicht zu unterschätzen.

Meine Erfahrung: Mehrfaches Fasten trainiert den Fastenstoffwechsel. Erfahrene „Faster“ kommen recht schnell in einen Zustand der Klarheit und besserer und schnellerer Kognition.

Ramadan-Fasten: Ein spezieller Kontext

Ein großer Teil der Forschung über Fasten und sportliche Leistung konzentriert sich auf das Ramadan-Fasten, bei dem von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang weder gegessen noch getrunken wird. Mehr dazu in meinem Beitrag: Fasten im Ramadan.

Die Studie bestätigt, dass diese Form des intermittierenden Fastens eine einzigartige Herausforderung darstellt. Athleten, die während des Ramadan fasten, müssen ihre Trainingszeiten und Ernährung gezielt anpassen, um Leistungseinbußen zu minimieren. Hier zeigt sich, wie individuell und flexibel der menschliche Körper auf Fasten reagieren kann. Auch deshalb erhalten zum Beispiel Fußball-Profis Abmahnungen: Fasten-Ramadan: Fußballprofis erhalten Abmahnungen.

Fazit

Die Studie „Effects of fasting on metabolism and performance“ bestätigt eigentlich nur das, was erfahrene Fastenleiter bereits wussten: Fasten ist nicht einfach gut oder schlecht für die sportliche Leistung. Vielmehr hängt der Effekt von mehreren Faktoren ab: der Dauer des Fastens, der Intensität der Belastung, der Trainingsanpassung und der individuellen Konstitution des Sportlers. Nach meiner Erfahrung ist auch der Zustand des Fastenstoffwechsels entscheidend. Je länger man über Fastenerfahrung verfügt und vor allem auch die „Altlasten“ im Körper beseitigt hat, desto „besser“ geht es!

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Heilfasten-Newsletter dazu an:

Fasten: „Sterben werden Sie schon nicht!“

Die folgende Geschichte ist schon etwas älter, aber immer noch relevant! Eine Fasten-Interessentin schrieb mir als Antwort auf einen Newsletter im Jahr 2008:

Hallo Herr Gräber,

ich habe ihren Beitrag aufmerksam gelesen, weil ich viele meiner Symptome in diesem Problembereich vermute…war eben beim Hausarzt, um Blutwerte zu kontrollieren (möchte morgen anfangen) und das Erste was er sagte war „zu dick sind sie ja wirklich nicht“ und „wissen sie, dass fasten was mittelalterliches ist?“

So richtig blöde. Und dann machte er Google auf und kam mit dem Begriff Heilfasten auf eine Ihrer Seiten (ich musste schmunzeln) und er fand Ihren Artikel / Zeriß mit dem Titel: „Heilfasten kann tödlich enden„.

„Naja, sterben werden sie schon nicht!“ war sein Kommentar!

Ich fühle mich übrigens schon nach den ersten beiden Entlastungstagen irgendwie besser! Und bin schon jetzt nicht mehr chronisch müde…bin freudig gespannt auf die nächsten Tage! Liebe Grüße und ich freue mich auf eine Antwort…bis bald!

Meine Antwort:

Vielen Dank für Ihre Nachricht und dass Sie Ihre ersten Erfahrungen mit mir teilen. Es freut mich sehr, dass Sie schon nach den Entlastungstagen eine Verbesserung spüren – das zeigt, wie viel Potenzial im bewussten Umgang mit unserem Körper steckt.

Was Ihr Hausarzt gesagt hat, klingt tatsächlich nach einem klassischen Beispiel dafür, wie festgefahren manche Meinungen über das Fasten noch immer sind. Dass er dann aber auf einer meiner Seiten gelandet ist, hat auch mich zum Schmunzeln gebracht! Es stimmt, dass Heilfasten nicht für jeden geeignet ist und gut begleitet sein sollte – genau deshalb stelle ich solche Informationen bereit: Wer darf nicht fasten?

Und Fasten ist etwas mehr als „mittelalterlich“! Das beschreibe ich ausführlicher hier: Fasten Geschichte – Die faszinierende Saga des Fastens

Ihre Reaktion auf die Entlastungstage zeigt, dass Ihr Körper positiv darauf anspricht. Besonders die Linderung der Müdigkeit ist ein Hinweis darauf, dass sich etwas in Ihrem Stoffwechsel verändert. Bleiben Sie unbedingt aufmerksam auf Ihre Signale und gönnen Sie sich Ruhe, wenn Sie sie brauchen.

Ich bin schon sehr gespannt, wie es Ihnen in den nächsten Tagen ergeht und freue mich darauf, wieder von Ihnen zu hören. Sollten Fragen oder Unsicherheiten auftauchen, schreiben Sie mir gerne. Ich habe dazu mittlerweile auch extra ein Fasten Forum gegründet: Forum für Heilfasten, Ernährung und Diäten

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Heilfasten-Newsletter dazu an:

Beitragsbild: pixabay.com – congerdesign

Dieser Beitrag wurde erstmalig von mir im Jahr 2008 erstellt und letztmalig am 8.12.2024 ergänzt und geringfügig überarbeitet um die Lesbarkeit zu verbesser

Heilfasten – Wann Ist Der Schlimmste Tag?

Eine häufige Frage – wahrscheinlich die Frage die fast alle im Kopf haben, aber kaum einer sich traut diese zu stellen:

Wann ist der „schlimmste“ Tag beim Heilfasten?

Nun, generell gilt beim Heilfasten der dritte oder vierte Tag oft als der schwierigste. Zu diesem Zeitpunkt hat der Körper seine Glykogenspeicher aufgebraucht und beginnt, auf Fettreserven zurückzugreifen, was zu einer Umstellung des  gesamten Stoffwechsels führt. Dieser Wechsel kann mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwäche oder Gereiztheit einhergehen. Der Körper passt sich an die neuen Bedingungen an, was für viele Menschen unangenehm ist – vor allem, weil die meisten Menschen das überhaupt nicht mehr gewohnt sind. Die Sache mit dem Fastenstoffwechsel habe ich ausführlich hier beschrieben: Der Fastenstoffwechsel: Körperliche und seelische Umstimmung durch Fasten.

Nachdem diese Umstellung erfolgt ist, berichten die meisten Fastenden jedoch von einem Energieschub und einem Gefühl des Wohlbefindens, wenn der Körper sich an den Fastenzustand gewöhnt hat.

Ausführlich zum Weiterlesen: Fastenkrisen vermeiden – durch optimale Vorbereitung – In diesem Beitrag beschreibe ich welche Fastenkrisen generell auftreten können und wie man darauf reagieren kann.

Noch Fragen? Dann stellen Sie diese doch bei mir im Heilfasten-Forum:
Forum für Heilfasten, Ernährung und Diäten (gesund-heilfasten.de)

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Heilfasten-Newsletter dazu an:

Gemüse – Die Anti-Krebs-Ernährung nach Dr. Coy

Das von Krebsforscher Dr. Johannes Coy vorgestellte Ernährungs-Konzept verspricht nicht nur, das Risiko an Krebs zu erkranken erheblich zu senken, sondern auch das Wachstum von Tumoren aufzuhalten.

Weiterlesen

Übergewicht - Bauch

Was ist entschlacken?

Was ist entschlacken?  Nun, da gibt es eine Menge, was angebliche Experten dazu zu sagen haben.

Exemplarisch möchte ich auf einen Beitrag in der Süddeutsche Zeitung Online zum Thema „Entschlackung“ eingehen[1]. Der Artikel der Autorin Berit Uhlmann liegt mittlerweile hinter der Bezahlschranke.

Was noch zu lesen ist:

„Sollten wir unseren Körper nicht regelmäßig von den Altlasten des modernen Lebens befreien? Gehört er nicht von Zeit zu Zeit entgiftet und generalsaniert? Nein. Sieben Gründe, warum Entschlacken Humbug ist.“

Aha. Entschlackung. Humbug. Die ultimativen Argumente.

Weiterlesen

Die Macke mit der Schlacke

Wenn das Wort Entschlackung fällt, dann kommen (immer noch) häufig solche Antworten wie: „Du willst entschlacken? Das weiß doch nun wirklich jeder, dass es im Körper gar keine Schlacken gibt!“

So oder so ähnlich berichten mir zahlreiche Patienten von Gesprächen mit ihrem Umfeld – immer basierend auf einer gefühlt nicht enden wollenden Flut von Artikeln zum Thema in den gängigen Boulevardmagazinen.

Und so werden viele Menschen, die eigentlich geplant hatten, ihrem Körper mit einer Art Entschlackungskur oder mit einem Heilfasten etwas Gutes tun zu wollen, von diesen Informationen verwirrt. In diesem Beitrag möchte ich dieses Thema detailliert für Sie auseinandernehmen…

Weiterlesen

Paar beim Wandern (Freude)

Japanische Wissenschaftler zeigen neue Vorzüge des Fastens

Die „alten Vorzüge“ des Fastens hatte ich in einer Reihe von Beiträgen charakterisiert. Hier eine begrenzte Auswahl dafür:

Einen kompletten Überblick über den Stand von Klinik und Wissenschaft im Zusammenhang mit dem Fasten habe ich in meinem Buch „Der Fastenplan mit Fasten und Heilfasten Anleitung“ veröffentlicht.

Weiterlesen

DNA Strang

Wie Fasten die Gene positiv verändern kann

Dass Fasten bzw. Kalorienrestriktion das Leben verlängern kann, das ist schon etwas länger bekannt. Allerdings wurden diese Beobachtungen zunächst bei Fliegen, Würmern und Hefepilzen gemacht. In verschiedenen Beiträgen hatte ich bereits darüber berichtet.

Ein wenig später dann wurden entsprechende Experimente mit Mäusen durchgeführt, die zum größten Teil zu ähnlichen Ergebnissen führten. Aus ethischen Gründen verbietet sich natürlich, ähnlich aufgestellte Studien und Untersuchungen am Menschen durchzuführen.

Aber dennoch gibt es Hinweise, dass die Art von Erkrankungen, wie sie in den „guten Tagen“ häufiger auftreten, in Notzeiten, wie Kriegen, Hungerepidemien etc., weniger häufig ausgeprägt waren.

Weiterlesen

Heilfasten - Was es ist und was man wissen sollte

Heilfasten – Was es ist und was Sie wissen sollten

Sie interessieren sich für das Heilfasten?

Aber Sie wissen nicht welche Methode oder Variante?

Sie sind verwirrt von den ganzen Fasten-Methoden und Varianten die es gibt?

Und da gibt es ja eine ganze Menge, wie zum Beispiel:

Fasten, Heilfasten, Buchinger Fasten,intermittierendes Fasten, Intervallfasten, Obstfasten, Wasserfasten, Teefasten, Teilfasten, Basenfasten…

Das kann ganz schön verwirrend sein. In folgendem Video versuche ich kurz und präzise auf die wichtigsten Methoden einzugehen, damit sie eine gute Entscheidung treffen können.

Und dann habe ich noch drei Tipps, die Sie ab heute gleich umsetzen können!

Wer meine „Geschichte“ etwas verfolgt hat, weiß: Das Heilfasten war die erste Methode, die mich entscheidend „rumgerissen“ hat… im Video erzähle ich auch ein wenig dazu.

Wenn Ihnen das gefällt, dann hinterlassen Sie doch bitte mal einen Kommentar hier unten im Blog oder gerne auch im Kommentarteil auf Youtube. Und ein „Daumen Hoch“  auf Youtube wäre auch TOLL!

Hier der direkte Link zu Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=iVLCCkGISTU

Vielen Dank und Alles Gute!
Ihr
René Gräber

Prinzip der Autophagier (Entschlackungsprozess)

Unsinn Entschlacken? Warum Entschlacken KEIN Mythos ist

Ein Leser schrieb mir zum Thema Fasten und Entschlacken:

Hallo Herr Gräber,

ich habe den Eindruck, dass Heilfasten im Moment ein großes Thema für Berufene und Unberufene ist. Im Fernsehen, bei Talkshows, in Radiointerviews und bei Internetprovidern wird auf das Thema eingegangen. Allerdings ausschließlich mit negativen Untertönen.

Ernährungsexperten behaupten dass es keine Schlacken im Körper gibt. Heilfasten soll extrem gesundheitsschädigend sein und Schlacken entstehen erst durch den geänderten Stoffwechselprozess durch das Heilfasten. Das ganze ist im Moment sehr verwirrend für einen Laien.

Freundliche Grüsse aus Breitenthal,
(Name nicht veröffentlicht – R. Gräber)

Weiterlesen